Deutsche Tageszeitung - Bundeswehr unterstützt UN-Einsatz in Krisenstaat Haiti mit Lufttransport

Bundeswehr unterstützt UN-Einsatz in Krisenstaat Haiti mit Lufttransport


Bundeswehr unterstützt UN-Einsatz in Krisenstaat Haiti mit Lufttransport
Bundeswehr unterstützt UN-Einsatz in Krisenstaat Haiti mit Lufttransport / Foto: © AFP/Archiv

Die Bundeswehr will den UN-Einsatz in der von Armut und Bandengewalt geplagten Karibik-Republik Haiti unterstützen. Die deutschen Streitkräfte würden "kurzfristig" Lufttransportkapazitäten bereitstellen, um bei der Verlegung von Ausrüstung und Material zu helfen, teilte das Bundesverteidigungsministerium am Samstag in Berlin mit. Mit der Unterstützung zeige sich Deutschland als "zuverlässiger Partner von Friedenseinsätzen der Vereinten Nationen". Der Transporteinsatz solle "in den nächsten Wochen" erfolgen.

Textgröße ändern:

Mit den Lufttransportkapazitäten werde die Bundeswehr jene Länder unterstützen, die für den UN-Einsatz in Haiti Truppen vor Ort bereit stellen - dies sind unter anderem Kenia, Tschad, die Mongolei, Bangladesch, Guatemala und die Elfenbeinküste. Damit leiste die Bundeswehr "in einer entscheidenden Phase des Aufwuchses der Mission einen wichtigen Beitrag zur schnellen Stabilisierung der Sicherheitslage im Land".

Die UN-Unterstützungsmission für Haiti (UNSOH) und die robustere Gang-Bekämpfungseinheit "Gang Suppression Force" (GSF) wurden im vergangenen Jahr auf Initiative der USA vom UN-Sicherheitsrat mandatiert mit dem Ziel, kriminelle Banden zu bekämpfen, die weite Teile Haitis kontrollieren.

Haiti ist das ärmste Land auf dem amerikanischen Kontinent. Dort leben nach UN-Angaben etwa 1,5 Millionen Menschen, die vor der grassierenden Gewalt geflohen sind. Die mächtigen kriminellen Banden im Land verüben Morde, Entführungen und Vergewaltigungen und zwingen Kinder, für sie zu kämpfen. Zudem ist bei fast der Hälfte der elf Millionen Einwohner Haitis die Lebensmittel-Versorgung nicht gesichert.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Merz: Deutschland wird Rüstungskooperation mit Japan verstärken - Kampfjetbau ausloten

Deutschland will nach den Worten von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Rüstungskooperation mit Japan verstärken. Merz nannte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit der japanischen Regierungschefin Sanae Takaichi in Tokio etwa "gemeinsame Entwicklungen für eine innovative Verteidigung der Zukunft". Beide Länder wollen Merz zufolge auch "ausloten, ob eine Zusammenarbeit im Kampfflugzeugbau möglich ist". Ein entsprechender Prüfauftrag sei "vorbereitet".

Nach Ausschreitungen in Frankreich: Randalierer sollen für Schäden zahlen

Vor dem Hintergrund der jüngsten Ausschreitungen in Frankreich sollen Randalierer und Mitläufer künftig für die entstandenen Schäden aufkommen. Der mehrheitlich rechte Senat verabschiedete einen entsprechenden Gesetzesvorschlag in der Nacht zu Mittwoch mit 229 zu 105 Stimmen. Für das Begleichen der Kosten sollen auch Sozialleistungen herangezogen werden können.

Ukrainischer Präsident Selenskyj wird in Hessen mit Medaille geehrt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird in Hessen mit der höchsten Auszeichnung des Landes geehrt. Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) würdigte Selenskyj am Mittwoch in Wiesbaden als "eine der herausragenden internationalen politischen Persönlichkeiten der Gegenwart". Die Verleihung der Wilhelm-Leuschner-Medaille ist für den 1. Dezember geplant.

Polizei schießt bei Übung auf Bundeswehrsoldaten: Ermittlungen eingestellt

Nach den Schüssen von Polizisten auf Soldaten bei einer Bundeswehrübung in Bayern vor einem Jahr hat die Staatsanwaltschaft Landshut die Ermittlungen gegen die Polizeibeamten eingestellt. Es habe kein strafbares Verhalten gegeben, weder bei der Polizei noch auf Seiten der Streitkräfte, teilten das bayerische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Textgröße ändern: