Deutsche Tageszeitung - Zehntausende fordern Untersuchung von Gründen für Tod von Cambridge-Professor Arday

Zehntausende fordern Untersuchung von Gründen für Tod von Cambridge-Professor Arday


Zehntausende fordern Untersuchung von Gründen für Tod von Cambridge-Professor Arday
Zehntausende fordern Untersuchung von Gründen für Tod von Cambridge-Professor Arday / Foto: © AFP

Nach dem Tod des britischen Cambridge-Professors Jason Arday nach einer mutmaßlichen Mobbing-Kampagne gegen ihn haben mehr als 31.000 Menschen eine Petition für eine staatliche Untersuchung des Falls unterzeichnet. Dem von der Organisation Good Law Project initiierten Appell an den britischen Premierminister Andy Burnham schlossen sich auch mehrere Abgeordnete an.

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"Es kann keinen Zweifel geben, dass Dr. Ardays tragischer Tod das direkte, vorhersehbare und vorhergesehene Ergebnis von Schikane durch die Presse war", hieß es auf der Website von Good Law Project. "Ein bedeutendes Element bei diesem Mobbing war die Farbe seiner Haut", fügte die Organisation mit Blick auf den schwarzen Akademiker hinzu. Rassismus sei der Kern dieser tragischen Geschichte.

Für Montagabend ist eine Mahnwache für Arday auf dem Londoner Trafalgar Square geplant. Bei einer Spendensammel-Aktion für seine Familie kamen bereits knapp 89.000 Pfund (104.000 Euro) zusammen.

Arday hatte vor drei Jahren als jüngster schwarzer Professor der britischen Elite-Universität Cambridge Aufmerksamkeit erregt. Am 5. August war der 41-Jährige schließlich von seinem Posten als Professor für Bildungssoziologie zurückgetreten, nachdem Plagiatsvorwürfe und Zweifel an seinen Angaben zu seinem Lebenslauf laut geworden waren.

Am Freitag wurde Arday schließlich tot in Battersea im Süden Londons aufgefunden. Die Polizei stufte dies vorerst nicht als verdächtigen Todesfall ein. Sie vermutet einen Suizid oder einen natürlichen Tod. Ardays Familie bestätigte seinen Tod und sprach von einer "Mobbing-Kampagne" voller Gerüchte über die akademische Arbeit und das Privatleben des Soziologen. Premierminister Burnham beklagte Ardays Tod als "Tragödie in vielerlei Hinsicht".

Zuerst aufgebracht wurden die Vorwürfe von dem US-Forscher Nathan Cofnas, der die Uni Cambridge 2024 wegen Rassismus-Vorwürfen verlassen musste. Cofnas' Vorwürfe wurden von rechtsgerichteten Zeitungen und Kommentatoren aufgegriffen, die Arday als "Aushängeschild" für Gleichstellungs- und Inklusionsprogramme (DEI) bezeichneten.

Die Uni-Leitung hatte Arday zunächst verteidigt, Anfang August aber schließlich eine interne Untersuchung angekündigt. Kurz darauf war der 41-Jährige von seinem Posten zurückgetreten. In einem online veröffentlichten Brief betonte der Akademiker, bei dem im Kindesalter Autismus diagnostiziert worden war, dass seine Entscheidung nicht "als Zustimmung zu den Darstellungen" missverstanden werden dürfe, die ihn umgäben.

(W.Novokshonov--DTZ)

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