Deutsche Tageszeitung - Lula und Flavio Bolsonaro umwerben bei Wahlkampfauftakt Brasiliens weibliche Wählerschaft

Lula und Flavio Bolsonaro umwerben bei Wahlkampfauftakt Brasiliens weibliche Wählerschaft


Lula und Flavio Bolsonaro umwerben bei Wahlkampfauftakt Brasiliens weibliche Wählerschaft
Lula und Flavio Bolsonaro umwerben bei Wahlkampfauftakt Brasiliens weibliche Wählerschaft / Foto: © AFP

Brasiliens Staatschef Inácio Lula da Silva und sein rechtsgerichteter Herausforderer Flavio Bolsonaro haben zum offiziellen Beginn des Präsidentschaftswahlkampfs insbesondere die weibliche Wählerschaft im Land umworben. Der 80-jährige Lula, der bei der Wahl am 4. Oktober um eine vierte Amtszeit kämpft, trat am Sonntag in einem Stadion in São Bernardo do Campo im Bundesstaat São Paulo auf. Nach Angaben der Organisatoren kamen etwa 40.000 Menschen.

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Nachdem in Videos und Reden zunächst Lulas Verdienste gepriesen wurden, unterstrich er in seiner Ansprache die Rechte der Frauen, die 53 Prozent der 158 Millionen Wähler in Brasilien ausmachen und bei dem engen Rennen um die Präsidentschaft den Ausschlag geben könnten. Jungen müssten "von Kindesbeinen an lernen, dass ein Mann nicht besser als eine Frau ist", betonte Lula. "Sie müssen lernen, dass wir gleich sind."

First Lady Rosangela "Janja" da Silva stellte in ihrer Rede die Frauenrechte in den Mittelpunkt und beteuerte an ihren Mann gerichtet: "Wir sind die Mehrheit und wir werden Dich wieder wählen."

Gegen Lula tritt Flavio Bolsonaro an, Sohn des rechtsextremen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro, der wegen eines versuchten Staatsstreichs 2023 inhaftiert ist. Er präsentiert sich als gemäßigte Version seines Vaters. "Ich weiß, ich sehe aus wie er", sagte der 45-jährige Präsidentschaftskandidat vor mehreren tausend Anhängern am Copacabana-Strand in Rio de Janeiro über seinen Vater. "Aber es ist schwer, Pelés Sohn mit Pelé zu vergleichen", fügte Flavio Bolsonaro mit Blick auf die brasilianische Fußball-Legende hinzu.

Der Präsidentschaftskandidat versprach, Brasilien vor Korruption, Verbrechen, hohen Lebensmittelpreisen und steigender Staatsverschuldung zu "retten" und "Gott, Land, Familie und Freiheit" in den Mittelpunkt seiner Politik zu stellen. Mit diesem Kurs findet Bolsonaro allerdings weniger Rückhalt bei Frauen als Lula.

Zum zentralen Wahlkampfthema Bekämpfung von Gewaltverbrechen inklusive dem gegenwärtigen Rekordniveau an Femiziden sagte Bolsonaro, Brasilien werde mit ihm "gewinnen, weil ich die Frauen dieses Brasiliens schützen werde". Unter seiner Regierung würden Vergewaltiger von Frauen und Kindern im Gefängnis landen "und nur rauskommen, nachdem sie einer chemischen Kastration unterzogen wurden", versicherte Bolsonaro an der Seite seiner Frau Fernanda.

(M.Dorokhin--DTZ)

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