Deutsche Tageszeitung - Trump will Manöver mit Südkorea einschränken - Verweis auf "gute Beziehung" zu Kim

Trump will Manöver mit Südkorea einschränken - Verweis auf "gute Beziehung" zu Kim


Trump will Manöver mit Südkorea einschränken - Verweis auf "gute Beziehung" zu Kim
Trump will Manöver mit Südkorea einschränken - Verweis auf "gute Beziehung" zu Kim / Foto: © AFP

Erneuter Affront von Donald Trump gegen einen langjährigen Verbündeten: Kurz vor Beginn der jährlichen gemeinsamen Militärübungen mit Südkorea hat der US-Präsident angekündigt, die Beteiligung des US-Militärs an dem Manöver "wesentlich" zu verringern. Als Gründe nannte er neben den Kosten seine "sehr gute Beziehung" zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sowie Seouls Weigerung, Washington im Iran-Krieg zu unterstützen.

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"Ich habe kürzlich den Präsidenten von Südkorea gefragt, ob sie sich uns bei der Denuklearisierung der Islamischen Republik Iran anschließen möchten, und sie sagten: 'Nein, danke!'", schrieb Trump am Sonntagabend (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. Seoul erklärte unterdessen, die elftägigen Manöver hätten wie geplant begonnen. Sie berücksichtigen in diesem Jahr ausdrücklich die Kampferfahrungen nordkoreanischer Soldaten aus dem Ukraine-Krieg.

Trump kritisierte die gemeinsamen Übungen im Onlinedienst Truth Social als teuer. Viele der Kosten würden "wie üblich" von den USA getragen. Zudem sendeten die Manöver ein "total unangemessenes und feindliches" Signal an Nordkorea. Das kommunistisch regierte Land habe sich während seiner Präsidentschaft "nicht bedrohlich" und "respektvoll" verhalten, fügte Trump hinzu.

Angesichts seiner guten Beziehung zu Machthaber Kim sei er "nicht glücklich" darüber, dass die USA vor langer Zeit gemeinsamen Übungen mit Südkorea zugestimmt hätten, erklärte Trump. Da es zu spät sei, die diesjährigen Manöver abzusagen, habe er Verteidigungsminister Pete Hegseth angewiesen, sie "wesentlich zu reduzieren".

Das südkoreanische Verteidigungsministerium erklärte, die Übung "Ulchi Freedom Shield" sei wie angekündigt angelaufen. Das Präsidialamt in Seoul kündigte eine weitere "enge Koordinierung" mit Washington an, um die gemeinsame Verteidigungsbereitschaft aufrechtzuerhalten. Das Präsidialamt erklärte zugleich, es hoffe, dass die "freundschaftliche Beziehung" zwischen Trump und Kim zu einem "ernsthaften Dialog" führe.

Das auf elf Tage angesetzte Manöver dient der Vorbereitung auf einen möglichen Krieg mit Nordkorea. Rund 18.000 südkoreanische Soldaten nehmen daran teil, hinzu kommen Kräfte aus dem etwa 28.500 Soldaten starken US-Kontingent im Land.

In diesem Jahr fließen ausdrücklich die Erfahrungen nordkoreanischer Soldaten aus dem Ukraine-Krieg in die Übungen ein. Der Sprecher des gemeinsamen US-südkoreanischen Kommandos, Ryan Donald, erklärte, die nordkoreanischen Truppen hätten bei ihrem Einsatz an der Seite Russlands Erkenntnisse gewonnen und nach Nordkorea zurückgebracht. Trainiert werde bei dem Manöver nun unter anderem der Umgang mit Drohnen, Cyberangriffen und der Störung von GPS-Signalen.

Das mit Atomwaffen ausgestattete Nordkorea hatte in den vergangenen Monaten mehrere Raketentests ausgeführt.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ist Pjöngjang enger an Moskau herangerückt und unterstützt Russland mit Soldaten und Munition. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte zuletzt, Pjöngjang bereite die Entsendung weiterer 30.000 bis 50.000 Soldaten nach Russland vor. Belege dafür oder einen Zeitplan legte er öffentlich nicht vor. Kim erklärte am Wochenende, er sei "stolz" auf die Beziehungen zu Russland.

Pjöngjang bezeichnet die US-südkoreanischen Übungen regelmäßig als Generalprobe für eine Invasion. Vor Beginn des aktuellen Manövers drohte Nordkorea mit einer Reaktion auf einer "neuen Stufe der Abschreckung". Wenige Tage zuvor hatte es eine ballistische Rakete über dem Japanischen Meer getestet.

Der südkoreanische Präsident Lee bemüht sich seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr um eine Annäherung an Nordkorea und bot Pjöngjang zuletzt erneut Gespräche ohne Vorbedingungen an. Nordkorea ging bislang nicht darauf ein. Beide koreanischen Staaten befinden sich formal weiter im Kriegszustand, weil der Koreakrieg 1953 nur mit einem Waffenstillstand endete.

Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit einen Kurs der Annäherung an Nordkorea eingeschlagen. Er traf Kim mehrfach persönlich: 2018 in Singapur, 2019 in Hanoi und später im selben Jahr an der innerkoreanischen Grenze. Dort betrat Trump als erster amtierender US-Präsident kurzzeitig nordkoreanischen Boden. Die Verhandlungen über einen Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms im Gegenzug für eine Lockerung der US-Sanktionen scheiterten jedoch.

Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus übt Trump immer wieder Kritik an langjährigen militärischen Verbündeten der USA. Besonders scharf kritisierte er zuletzt westliche Partner wegen ihrer aus seiner Sicht mangelnden Unterstützung im Iran-Krieg.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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