Deutsche Tageszeitung - Demokraten und Republikaner kritisieren Trump für geplante Beschränkung von Südkorea-Manövern

Demokraten und Republikaner kritisieren Trump für geplante Beschränkung von Südkorea-Manövern


Demokraten und Republikaner kritisieren Trump für geplante Beschränkung von Südkorea-Manövern
Demokraten und Republikaner kritisieren Trump für geplante Beschränkung von Südkorea-Manövern / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

In den USA ist die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump parteiübergreifend verurteilt worden, die traditionellen gemeinsamen Militärübungen mit dem Verbündeten Südkorea herunterzufahren. "Dies ist eine weitere wahnwitzige, planlose Entscheidung von Präsident Trump und seiner chaotischen Regierung", erklärte Jack Reed, der ranghöchste Demokrat im Streitkräfteausschuss des Senats. Heftige Kritik kam auch von dem republikanischen Senator Thom Tillis - er verwies insbesondere auf Nordkoreas Unterstützung für Russlands Krieg gegen die Ukraine.

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"China und Russland beobachten, wie leicht der Präsident Amerikas Verbündete im Stich lässt", fügte der Demokrat Reed hinzu. Wenn Trump Militärübungen reduziere, "um einem Diktator zu schmeicheln oder Südkorea dafür zu bestrafen, dass es sich geweigert hat, sich an einem Krieg zu beteiligen, den er begonnen hat, dann betrachten all unsere Verbündeten und Gegner die Verpflichtungen der USA als verhandelbar", erklärte Reed weiter unter Bezug auf den Iran-Krieg.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un habe durch Trumps Ankündigung "einen propagandistischen Sieg errungen", fügte Reed hinzu. Südkorea hingegen, "einer unserer stärksten Verbündeten", sei "einzig wegen Trumps Ego" bestraft worden.

Reed argumentierte zudem, Trumps Entscheidung widerspreche auch einer jüngsten Warnung des Vize-Befehlshabers des zuständigen Regionalkommandos Northcom, Joseph Jarrard. Dieser habe darauf hingewiesen, dass Pjöngjang erfolgreich Interkontinentalraketen getestet habe mit "ausreichend Schubkraft, um einen nuklearen Sprengkopf an jeden beliebigen Ort in Nordamerika zu befördern".

Der republikanische Senator Tillis verwies seinerseits darauf, dass Südkorea "seit mehr als 70 Jahren ein verlässlicher militärischer Verbündeter" der USA sei, der über "hervorragende militärische Fähigkeiten" verfüge. Die gemeinsamen Übungen mit Südkorea zu reduzieren, bewirke "nichts anderes, als tausende nordkoreanische Soldaten für die Unterstützung von Putins systematischer Verschleppung, Folter, Vergewaltigung und Ermordung unschuldiger ukrainischer Bürger freizusetzen", schrieb Tillis im Onlinedienst X.

Trump hatte am Sonntag angekündigt, die Militärübungen seines Landes mit Südkorea "wesentlich" verringern zu wollen. Die gemeinsamen Manöver seien "nicht nur kostenintensiv, wobei viele dieser Kosten von den USA bezahlt werden (wie üblich!)", erklärte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Darüber hinaus seien die Übungen auch ein Signal, das "total unangemessen und feindlich" gegenüber Nordkorea sei.

Der US-Präsident betonte weiter, während seiner Präsidentschaft habe sich Nordkorea "nicht bedrohlich" und "respektvoll" verhalten. Angesichts seiner "sehr guten Beziehung" zu Nordkoreas Machthaber Kim sei er "nicht glücklich über die Tatsache, dass die USA vor langer Zeit eingewilligt haben, sich an gemeinsamen Militärübungen mit Südkorea zu beteiligen".

Washington und Seoul halten gemeinsame Militärmanöver seit den 1950er Jahren ab. Sie gelten als Signal der Abschreckung gegen nordkoreanische Aggressionen und für die Einsatzbereitschaft der Verbündeten. Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums begann am Montag die gemeinsame Militärübung "Ulchi Freedom Shield". Ungeachtet der Einwände Trumps verlaufe das Manöver "wie geplant".

(L.Møller--DTZ)

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