Deutsche Tageszeitung - Belagerung durch Siedler: US-Palästinenser hisst US-Flagge an seinem Haus

Belagerung durch Siedler: US-Palästinenser hisst US-Flagge an seinem Haus


Belagerung durch Siedler: US-Palästinenser hisst US-Flagge an seinem Haus
Belagerung durch Siedler: US-Palästinenser hisst US-Flagge an seinem Haus / Foto: © AFP

Ein US-Bürger palästinensischer Herkunft hat an seinem von israelischen Siedlern belagerten Haus im Westjordanland die US-Flagge gehisst. Dies sei eine Botschaft an alle US-Bürger, damit sie sähen, was in dem von Israel besetzten Palästinensergebiet vor sich gehe, sagte Luai Abu Ridi der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag. Er besitzt eines von drei Häusern in Kusra nahe der Stadt Nablus, die seit mehr als einer Woche von gewalttätigen Siedlern belagert werden.

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Abu Ridi war von seinem Zuhause im US-Bundesstaat Ohio in den Nahen Osten geflogen, um im Westjordanland nach seinem Haus, seinem Bruder und dessen Familie zu schauen. US-Vertreter und die US-Botschaft forderte er bei seiner Ankunft am Montag an Israels internationalem Flughafen Ben Gurion auf, ihm "Schutz zu gewähren".

Die israelische Armee war nach Druck aus den USA in der vergangenen Woche gegen die Siedler vorgegangen. Sie rissen ein Zelt nieder und nahmen einen Israeli fest. Die Siedler kamen indes wiederholt zurück in die Ortschaft. "Sie gehen einfach in mein Haus", sagte Abu Ridi. Die Soldaten unternähmen nichts dagegen. "Sie schütteln sich sogar die Hände. Es ist, als ob sie Freunde wären."

Die Belagerung der palästinensischen Häuser hatte international scharfe Kritik ausgelöst. Auch der sonst als Befürworter israelischer Siedlungen bekannte US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, verurteilte die Siedler-Aktivitäten mit ungewöhnlich scharfen Worten.

In am Dienstagabend im israelischen Fernsehen ausgestrahlten Interviews wiederholte er seine Wortwahl aus der vergangenen Woche, wonach es sich bei den Vorkommnissen um "Terrortaten" handele und forderte "schwerwiegende Konsequenzen" für die Täter. Zugleich bezeichnete er die radikalen Siedler als eine "kleine Minderheit", die einen Fehler begehe, wenn sie meine, ihrer Sache mit der Belagerung einen Gefallen zu tun.

Israel hält das Westjordanland seit 1967 besetzt. Dort leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler, deren Siedlungen nach internationalem Recht illegal sind. Unter Regierungschef Benjamin Netanjahu hat Israel den Siedlungsbau im Westjordanland stark vorangetrieben.

Seit dem Großangriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat sich auch die Lage im Westjordanland deutlich verschärft, wo extremistische Siedler vielfach gegen palästinensische Bewohner vorgehen. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen wurden seither mehr als tausend Palästinenser und Dutzende Israelis getötet.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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