Deutsche Tageszeitung - Drogen und Kosmetik in Haftanstalt geschmuggelt: Großrazzia in Bremen und Niedersachsen

Drogen und Kosmetik in Haftanstalt geschmuggelt: Großrazzia in Bremen und Niedersachsen


Drogen und Kosmetik in Haftanstalt geschmuggelt: Großrazzia in Bremen und Niedersachsen
Drogen und Kosmetik in Haftanstalt geschmuggelt: Großrazzia in Bremen und Niedersachsen / Foto: © AFP/Archiv

In Bremen und Niedersachsen sind Ermittler zu einer Großrazzia wegen mutmaßlichen Schmuggels von Drogen und verbotenen Gegenständen in einer Haftanstalt ausgerückt. Sie durchsuchten am Donnerstag unter anderem zehn Zellen in der Justizvollzugsanstalt Bremen-Oslebshausen sowie elf Wohnungen in Bremen und Niedersachsen, wie die Staatsanwaltschaft in Bremen mitteilte. Ermittelt wird demnach gegen 23 Beschuldigte, darunter sechs Bedienstete der Bremer Haftanstalt und zehn Gefangene.

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Der Behörde zufolge geht es um Bestechung und Bestechlichkeit sowie Drogenhandel und Beihilfe dazu. Nach Angaben der Bremer Justizbehörde war in dem Gefängnis aufgefallen, dass bei Inhaftierten immer häufiger Rauschgift sowie unerlaubte Dinge wie Mobiltelefone, Kosmetika und hochwertige Lebensmittel gefunden wurden. Daraufhin begannen verdeckte Ermittlungen von Staatsanwaltschaft, Polizei und Justizvollzugsanstalt.

Laut Staatsanwaltschaft sollen die Justizbediensteten das Schmuggelgut "eingeschleust" und an die mitbeschuldigten Gefangenen übergeben haben, die es anschließend an weitere Inhaftierte übergaben oder verkauften. Der Schmuggel sei nach derzeitigem Ermittlungsstand "auf zuvor erfolgte Bestellungen" hin erfolgt, hieß es von der Ermittlungsbehörde am Donnerstag weiter. Insgesamt seien 23 Objekte durchsucht worden.

Der Justizbehörde zufolge laufen gegen die beschuldigten Bediensteten der Haftanstalt Oslebshausen bereits dienstrechtliche Maßnahmen, etwa Hausverbote und Freistellungen. Unter den Verdächtigen sind demnach auch eine Beschäftigte eines freien Trägers sowie sechs Kontaktpersonen von Gefangenen außerhalb der Gefängnisses. "Korruption ist inakzeptabel und untergräbt die Fundamente der Justiz", erklärte Justizsenatorin Claudia Schilling (SPD). Es brauche "rückhaltlose Aufklärung".

(W.Budayev--DTZ)

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