Deutsche Tageszeitung - Per Anhalter: Französischer Präsidentschaftskandidat trifft Wähler

Per Anhalter: Französischer Präsidentschaftskandidat trifft Wähler


Per Anhalter: Französischer Präsidentschaftskandidat trifft Wähler
Per Anhalter: Französischer Präsidentschaftskandidat trifft Wähler / Foto: © AFP/Archiv

Um Kontakt zu Wählern zu bekommen, hat sich der französische Präsidentschaftskandidat François Ruffin für eine ungewöhnliche Transportweise entschieden: Er fährt per Anhalter durch das Land. "Ich wollte den Kontakt zur Realität", sagte Ruffin, einer von mehreren Kandidaten des linken Lagers. "So jemanden wie Mickael würde ich sonst nicht treffen", sagte er über einen jungen Mechaniker, der ihn in Südfrankreich in seinem Auto mitgenommen hatte.

Textgröße ändern:

Der 50 Jahre alte Abgeordnete, der seine eigene Partei gegründet hat und in der Nationalversammlung die Linkspopulisten unterstützt, profitiert von seiner Erfahrung als Filmemacher. "Ich nutze das, was in meinen Filmen gut funktioniert hat", sagte Ruffin. Bei seinen Touren per Anhalter lässt er sich von einem Mitarbeiter begleiten, der mit einem Mobiltelefon filmt. Die Videos veröffentlicht er auf YouTube, wo er etwa 250.000 Abonnenten hat, und in kürzeren Versionen im Onlinedienst X, wo er etwa 450.000 Follower erreicht.

Die Fahrten in fremden Autos dienten auch dazu, "Ideen zu testen", sagt Ruffin. Es sei auch vorgekommen, dass ihn Menschen aus dem rechtskonservativen Lager mitnehmen. Einer habe ihm gesagt: "Ich bin mit deinen Ideen nicht einverstanden, aber ich habe dich trotzdem mitgenommen, weil ich mit dir diskutieren wollte", erzählt er.

Im September will er sich wieder per Anhalter durch das Land begeben - dieses Mal auf dem Weg zu klassischen Wahlkundgebungen. Die Präsidentschaftswahl findet am 18. April und am 2. Mai statt. Amtsinhaber Emmanuel Macron kann nicht mehr antreten. Im linken Lager ist der Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon derzeit der aussichtsreichste Kandidat, Ruffin werden hingegen keine Chancen eingeräumt.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

Empfohlen

Buenos Aires: Flávio Bolsonaro von Brasilien über Argentinien nach Ecuador gereist

Der bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien unterlegene Kandidat Flávio Bolsonaro ist nach Angaben der argentinischen Regierung nach seiner Flucht aus Brasilien über Argentinien nach Ecuador gereist. Bolsonaro sei am Dienstagabend nach Argentinien eingereist, ehe er einen Flug nach Ecuador angetreten habe, erklärte die argentinische Einwanderungsbehörde am Mittwoch im Onlinedienst X. Bolsonaro hatte am Sonntag die Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien gegen Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva verloren. US-Medien hatten berichtet, Bolsonaro sei in den USA eingetroffen.

Israels Wahlbehörde: Nach Auszählung von 50 Prozent der Stimmen führt Netanjahus Block

Bei der Parlamentswahl in Israel liegt nach Auszählung der Hälfte aller Stimmzettel offiziellen Angaben zufolge der Block von Regierungschef Benjamin Netanjahu vor dem Block der Opposition. Nach Angaben der israelischen Wahlkommission vom Mittwoch kommen Netanjahus Likud-Partei und ihre Verbündeten nach Auszählung von 50.1 Prozent der Stimmzettel auf 56 der 120 Sitze im Parlament. Das Oppositionsbündnis unter Gadi Eisenkot kommt demnach auf 49 Sitze, die Listen der arabischen Israelis auf 15.

Trump kündigt "sehr bald" Treffen mit Putin und Selenskyj an

US-Präsident Donald Trump hat ein baldiges Treffen mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin und dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj angekündigt. "Es wird sehr bald ein Treffen geben", sagte Trump am Mittwoch vor Journalisten. "Ich glaube, dass dabei große Fortschritte erzielt werden könnten", fügte er mit Blick auf die diplomatischen Bemühungen hinzu, den seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Krieg zu beenden.

Nach knappem Wahlausgang in Israel beanspruchen beide Blöcke die Regierungsbildung

Nach dem knappen Ausgang der Parlamentswahl in Israel haben beide Blöcke die Regierungsbildung für sich beansprucht. Sowohl Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als auch der wichtigste Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot kündigten am Mittwoch an, eine neue Regierung bilden zu wollen. Allerdings verfehlten beide Blöcke die dafür erforderliche Mehrheit von 61 Sitzen. Prognosen zufolge lagen sie gleichauf. Deutliche Zugewinne verzeichneten dagegen die beiden Listen der arabischen Staatsbürger - sie könnten nun zum Königsmacher werden.

Textgröße ändern: