Deutsche Tageszeitung - Ukraine nimmt nach Wildberries auch russischen Onlinehändler Ozon ins Visier

Ukraine nimmt nach Wildberries auch russischen Onlinehändler Ozon ins Visier


Ukraine nimmt nach Wildberries auch russischen Onlinehändler Ozon ins Visier
Ukraine nimmt nach Wildberries auch russischen Onlinehändler Ozon ins Visier / Foto: © AFP

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben ihre Drohnenangriffe auf russische Logistikzentren ausgeweitet und nimmt nun auch den zweitgrößten russischen Onlinehändler Ozon ins Visier. Am Sonntag wurde nach Angaben des Unternehmens den zweiten Tag in Folge ein Ozon-Lager getroffen.

Textgröße ändern:

Nach einem ukrainischen Drohnenangriff sei in einem Logistikzentrum in der zentralrussischen Region Orenburg ein Feuer ausgebrochen, erklärte Ozon. Mehr als 300 Beschäftigte seien evakuiert und der Betrieb des Lagers vorerst eingestellt worden. Bereits am Samstag war nach Angaben des Unternehmens ein Ozon-Zentrum in der benachbarten Region Samara getroffen worden. Dabei seien mehrere Beschäftigte verletzt worden.

Das ukrainische Verteidigungsministerium hatte am Samstag Angriffe gegen Ozon angekündigt. "Nachdem ukrainische Einheiten die 15 größten Logistikzentren von Wildberries getroffen haben, ist nun Ozon an der Reihe", erklärte das Ministerium.

Wildberries ist der größte und Ozon der zweitgrößte Online-Marktplatz Russlands. Beide Unternehmen werden wegen ihrer dominierenden Stellung im schnell wachsenden russischen Onlinehandel häufig mit dem US-Konzern Amazon verglichen.

Die Ukraine greift seit Wochen Logistikzentren von Wildberries mit Drohnen an. Kiew begründet die Attacken damit, dass das Unternehmen Komponenten an das russische Militär liefere. Bereits seit Mitte Juli waren zahlreiche Standorte in verschiedenen Teilen Russlands und auf der von Moskau annektierten ukrainischen Halbinsel Krim getroffen worden.

In der Nacht zum Sonntag wurde zudem ein Logistikzentrum nahe einer Ozon-Anlage am Stadtrand von St. Petersburg getroffen. Nach Angaben der Rettungsdienste und des Betreibers Logistera brach dort auf einer Fläche von 82.000 Quadratmetern ein Feuer aus.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte Wildberries am Mittwoch Unterstützung zugesagt und Hilfen für den Wiederaufbau zerstörter Logistikzentren angekündigt. Moskau kritisiert die ukrainischen Angriffe auf nach russischer Darstellung "zivile Infrastruktur".

(U.Kabuchyn--DTZ)

Empfohlen

Nach knappem Wahlausgang in Israel beanspruchen beide Blöcke die Regierungsbildung

Nach dem knappen Ausgang der Parlamentswahl in Israel haben beide Blöcke die Regierungsbildung für sich beansprucht. Sowohl Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als auch der wichtigste Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot kündigten am Mittwoch an, eine neue Regierung bilden zu wollen. Allerdings verfehlten beide Blöcke die dafür erforderliche Mehrheit von 61 Sitzen. Prognosen zufolge lagen sie gleichauf. Deutliche Zugewinne verzeichneten dagegen die beiden Listen der arabischen Staatsbürger - sie könnten nun zum Königsmacher werden.

Kurz vor Midterms: Rubio begleitet Trump bei Wahlkampfauftritt in Texas

Wenige Tage vor den Zwischenwahlen zum US-Kongress am 3. November hat sich Außenminister Marco Rubio einem Wahlkampfauftritt von Präsident Donald Trump angeschlossen - was bisher eher selten vorkam. Gemeinsam besuchten die beiden republikanischen Politiker am Dienstag zunächst einen mit venezolanischem Rohöl beladenen Öltanker im Bundesstaat Texas. Anschließend holte Trump Rubio in der Hafenstadt Corpus Christi mit den Worten auf die Bühne: "Er ist so beliebt."

Merz im Rahmen seiner Asien-Reise in Japan

Bei seiner mehrtägigen Asienreise wird Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Mittwoch in Japan erwartet. Der Kanzler wird in Tokio von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi empfangen und nimmt an einem deutsch-japanischen Wirtschaftsgipfel teil. Am Donnerstag stehen ein Unternehmertreffen und ein sicherheitspolitischer Dialog auf dem Programm sowie der Besuch eines Technologieunternehmens für Kernfusion.

Netanjahu will "starke" neue rechtsgerichtete Regierung bilden

Nach dem knappen Ausgang der Parlamentswahl in Israel hat sich Regierungschef Benjamin Netanjahu zuversichtlich gezeigt, auch künftig die Regierung anzuführen. "Wir müssen eine starke Regierung des rechten Lagers bilden", sagte Netanjahu am Mittwoch vor seinen Anhängern in Jerusalem. Zudem sprach er sich gegen jede "Regierung mit der Unterstützung der israelischen Araber" aus, deren Parteien bei der Wahl massive Zugewinne erzielt hatten.

Textgröße ändern: