Deutsche Tageszeitung - Bangladesch: Zehntausende Rohingya protestieren gegen Bedingungen in Flüchtlingslagern

Bangladesch: Zehntausende Rohingya protestieren gegen Bedingungen in Flüchtlingslagern


Bangladesch: Zehntausende Rohingya protestieren gegen Bedingungen in Flüchtlingslagern
Bangladesch: Zehntausende Rohingya protestieren gegen Bedingungen in Flüchtlingslagern / Foto: © AFP

Neun Jahre nach ihrer massenhaften Vertreibung aus Myanmar haben zehntausende Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya am Dienstag gegen die katastrophalen Bedingungen in ihren Flüchtlingslagern in Bangladesch protestiert. Die Organisation Vereinter Rat der Rohingya (UCR) erklärte, sie habe die Proteste organisiert, um an die "begangenen Gräueltaten zu erinnern" und auf die "anhaltende humanitäre Krise" aufmerksam zu machen.

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In den etwa 30 überfüllten Flüchtlingslagern bei der Stadt Cox' Bazar leben 1,2 Millionen Menschen. Es ist die größte Flüchtlingssiedlung der Welt.

Laut Hilfsorganisationen haben sich die Bedingungen durch Mittelkürzungen und verkleinerte Lebensmittelrationen verschlechtert. Der Organisation Save the Children zufolge wird einer von drei Menschen in den Lagern zwischen September und Dezember von einer "kritischen" oder schlimmeren Hungersituation bedroht sein. Mehr als die Hälfte der dort lebenden Geflüchteten sind Kinder.

Bei den Protesten hielten die Demonstranten Plakate in die Höhe, auf denen etwa zu lesen war: "Gerechtigkeit für die Rohingya. Die Hoffnung ist ein Zuhause" oder "Rechtzeitige Gerechtigkeit ist unser Recht". Laut dem Präsidenten der Flüchtlingsorganisation UCR, Sayed Ullah, wollen die Menschen nach Hause: "Wir können nicht ewig darauf warten, dass die internationale Gemeinschaft unsere Rückkehr ermöglicht", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. "Wir werden alles tun, was nötig ist, um unsere sichere Heimkehr zu gewährleisten."

Unter Federführung der britischen Gesandtschaft in Bangladesch veröffentlichten diplomatische Vertretungen in dem Land am Dienstag eine Erklärung, wonach die Bedingungen in Myanmar eine sichere Rückkehr der Geflüchteten nicht erlaubten. Die Rohingya hätten ein Recht auf Rückkehr nach Myanmar, der Konflikt dort eskaliere aber und die humanitäre Krise verschärfe sich.

Hunderttausende Angehörige der Bevölkerungsgruppe waren 2017 nach koordinierten Attacken der Armee Myanmars aus dem mehrheitlich buddhistischen Land vertrieben worden. Vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag läuft deshalb ein Prozess wegen des Vorwurfs des Völkermords. Das mehrheitlich muslimische Gambia hatte im November 2019 vor dem IGH geklagt und argumentiert, Myanmars Behandlung der Rohingya verstoße gegen die UN-Völkermordkonvention. Die Regierung von Myanmar spricht dagegen von einer "Antiterror-Operation".

(O.Tatarinov--DTZ)

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