Deutsche Tageszeitung - Kreml: CIA-Chef Ratcliffe bei Moskau-Besuch in Kontakt mit russischen Geheimdiensten

Kreml: CIA-Chef Ratcliffe bei Moskau-Besuch in Kontakt mit russischen Geheimdiensten


Kreml: CIA-Chef Ratcliffe bei Moskau-Besuch in Kontakt mit russischen Geheimdiensten
Kreml: CIA-Chef Ratcliffe bei Moskau-Besuch in Kontakt mit russischen Geheimdiensten / Foto: © AFP

Der Chef des US-Geheimdienstes CIA, John Ratcliffe, ist bei seinem Besuch in Moskau nach Kreml-Angaben in Kontakt mit russischen Geheimdiensten gestanden. Ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin habe nicht stattgefunden, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch. Putin sei allerdings über den Inhalt der Kontakte informiert worden.

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Angaben zu den behandelten Themen machte er nicht und ließ auch offen, ob dabei über den Krieg in der Ukraine gesprochen wurde. Weitere Kontakte seien derzeit nicht geplant. Das Weiße Haus und die CIA äußerten sich zunächst nicht zu Ratcliffes Besuch.

Kreml-Sprecher Peskow bezeichnete den Austausch zwischen den Geheimdiensten als "positive Entwicklung". Es sei jedoch "zu früh, um zu sagen, inwieweit sich dies auf den Prozess auswirken wird, unsere Beziehungen aus der Krise herauszuführen", sagte der Kreml-Sprecher mit Blick auf das Verhältnis zwischen Russland und den USA.

Ratcliffe war nach Berichten von US-Medien am Dienstag zu einem unangekündigten Besuch nach Moskau gereist. Es war sein erster bekannter Besuch in der russischen Hauptstadt seit seinem Amtsantritt als CIA-Chef im Jahr 2025. Ratcliffe ist einer der ranghöchsten US-Vertreter, die Russland seit Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022 besucht haben.

Die CIA war in den vergangenen Jahren zudem an Verhandlungen über Gefangenenaustausche zwischen Russland und den USA beteiligt. Dazu gehörte ein umfangreicher Austausch im Jahr 2024.

Nach Daten des Flugverfolgungsdienstes Flightradar24 war am Dienstagmorgen ein US-Militärflugzeug aus der lettischen Hauptstadt Riga nach Moskau geflogen und am Abend wieder nach Riga zurückgekehrt.

Die Kontakte fanden vor dem Hintergrund stockender US-Vermittlungsbemühungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs statt. Russland hat seine Angriffe in den vergangenen Monaten verstärkt, zugleich ist die Zahl der zivilen Todesopfer in der Ukraine gestiegen. Der Krieg hat seit Februar 2022 hunderttausende Menschen das Leben gekostet. Der Kreml hält zugleich an weitreichenden Forderungen fest, darunter nach der vollständigen Kontrolle über weitere Gebiete im Osten der Ukraine.

Zuletzt hatte im November 2021 ein CIA-Direktor Moskau besucht. Der damalige Geheimdienstchef William Burns führte in einer bereits angespannten internationalen Lage Gespräche mit Vertretern der russischen Regierung. Nach Angaben des US-Senders CNN war Burns damals nach Moskau geschickt worden, um Russland angesichts des Truppenaufmarschs nahe der ukrainischen Grenze vor einem Angriff auf die Ukraine zu warnen. Wenige Monate später begann Russland seine großangelegte Invasion.

(M.Dylatov--DTZ)

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