Deutsche Tageszeitung - US-Finanzminister will G20-Vorsitz für Durchsetzung von Sanktionen gegen Iran nutzen

US-Finanzminister will G20-Vorsitz für Durchsetzung von Sanktionen gegen Iran nutzen


US-Finanzminister will G20-Vorsitz für Durchsetzung von Sanktionen gegen Iran nutzen
US-Finanzminister will G20-Vorsitz für Durchsetzung von Sanktionen gegen Iran nutzen / Foto: © AFP

US-Finanzminister Scott Bessent will die wirtschaftliche Isolation des Iran kommende Woche als Gastgeber bei Beratungen der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) vorantreiben. Wie ein Vertreter von Bessents Ministerium am Donnerstag vor Journalisten sagte, will die US-Seite bei dem Treffen der G20-Finanzminister und -Zentralbankchefs am Montag und Dienstag im Bundesstaat North Carolina deutlich machen, dass die US-Sanktionen gegen den Iran eingehalten werden müssten.

Textgröße ändern:

Bessent werde bei der Zusammenkunft in Asheville bilaterale Treffen nutzen, um entsprechende direkte Appelle zu formulieren. Welche Länder-Vertreter damit gemeint sind und ob der Appell auch an China gerichtet werden soll, ließ der Regierungsvertreter offen. Die Volksrepublik ist als Hauptabnehmer von iranischem Erdöl der wichtige Handelspartner der Islamischen Republik.

Bessent hatte am Montag bekannt gegeben, die Regierung von Präsident Donald Trump werde neue Strafmaßnahmen gegen alle Länder verhängen, die weiterhin mit Teheran Geschäfte machten. Einen Termin nannte er nicht. Von den sogenannten Sekundärsanktionen sind nach den Worten des US-Finanzministers fünf Handelssektoren betroffen: digitale Dienstleistungen, Technologie, Gold sowie die Luftfahrt und die Schifffahrt.

Bei den Beratungen kommende Woche soll es nach dem Willen des Gastgeberlandes USA auch um Bedenken wegen industrieller Überkapazitäten, die Förderung von Wirtschaftswachstum und zuverlässige Lieferketten für strategisch wichtige Ressourcen wie Energie gehen.

In den vergangenen Jahren hatten die G20-Staaten auch Themen wie den Kampf gegen den Klimawandel und die globale Gesundheitsversorgung auf ihre Agenda aufgenommen. Experten erwarten aber, dass die G20 sich unter dem Einfluss der USA wieder auf ihre traditionellen Themen wie Handel und Finanzmarktstabilität konzentriert.

Der G20-Vorsitz ist ein Test für die Führungsstärke der USA. Deren Partnerländer sind über die wachsende Verschuldung der Vereinigten Staaten sowie über die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump besorgt. Außerdem machen ihnen die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran wie etwa deutlich gestiegene Energiekosten zu schaffen.

Das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten, zu denen auch Deutschland gehört, soll Mitte Dezember in einem Golf-Resort von Trump im Bundesstaat Florida stattfinden.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Netanjahu will "starke" neue rechtsgerichtete Regierung bilden

Nach dem knappen Ausgang der Parlamentswahl in Israel hat sich Regierungschef Benjamin Netanjahu zuversichtlich gezeigt, auch künftig die Regierung anzuführen. "Wir müssen eine starke Regierung des rechten Lagers bilden", sagte Netanjahu am Mittwoch vor seinen Anhängern in Jerusalem. Zudem sprach er sich gegen jede "Regierung mit der Unterstützung der israelischen Araber" aus, deren Parteien bei der Wahl massive Zugewinne erzielt hatten.

Oppositionsführer Eisenkot will nach Israel-Wahl neue Regierung bilden

Der führende israelische Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot ist nach eigenen Worten bereit, nach der Parlamentswahl in Israel eine neue Regierung zu bilden. Die Menschen in Israel hätten sich für "den Wandel entschieden", sagte der Mitte-Rechts-Politiker am frühen Mittwochmorgen in einer Rede vor seinen Anhängern in Tel Aviv. Er werde versuchen, eine neue Regierung zu bilden.

Israel-Wahl: Opposition leicht vorne - schwierige Regierungsbildung erwartet

Nach der Parlamentswahl in Israel zeichnet sich eine schwierige Regierungsbildung ab: Die Opposition lag ersten Prognosen zufolge knapp vor dem Lager von Regierungschef Benjamin Netanjahu, doch keines der Bündnisse erreichte eine Mehrheit. Das ergaben Nachwahlbefragungen der Fernsehsender 11, 12 und 13 am Dienstagabend. Deutliche Zugewinne verzeichneten die arabischen Parteien. Bis zur Bildung einer neuen Regierung könnten Wochen vergehen.

Tödliche Schlägerei nach Rockkonzert in der Schweiz wird untersucht

Tödliche Schlägerei nach Rockkonzert in der Schweiz wird untersucht. Eine Schlägerei mit einem deutschen Toten nach einem Rockkonzert in der Nähe des Zürichsees beschäftigt derzeit die Schweizer Justiz.

Textgröße ändern: