Deutsche Tageszeitung - Vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: ZDF-Umfrage ergibt keine absolute AfD-Mehrheit

Vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: ZDF-Umfrage ergibt keine absolute AfD-Mehrheit


Vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: ZDF-Umfrage ergibt keine absolute AfD-Mehrheit
Vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: ZDF-Umfrage ergibt keine absolute AfD-Mehrheit / Foto: © AFP/Archiv

Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ergibt eine Umfrage für das ZDF keine absolute Mehrheit für die klar führende AfD. In der am Freitag in Mainz veröffentlichten Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen kommt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD auf 40 Prozent. Mit 23 Prozent folgt die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze.

Textgröße ändern:

Die Linke wird bei 13 Prozent gesehen, gefolgt von der SPD mit neun Prozent und den Grünen mit sechs Prozent. Die FDP würde mit drei Prozent aus dem Magdeburger Landtag ausscheiden, während das BSW mit ebenfalls drei Prozent den Einzug in das Landesparlament verpassen würde. Befragt wurden von Dienstag bis Donnerstag 1053 Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt.

Eine Umfrage des Instituts Infratest dimap für die ARD hatte zuvor einen größeren Abstand von 20 Prozentpunkten zwischen der AfD von Spitzenkandidat Ulrich Siegmund und der CDU ergeben. Hier erreichten die AfD 42 Prozent und die CDU 22 Prozent. Auch im Landtag gesehen wurden die Linke mit elf Prozent, die SPD mit acht Prozent und die Grünen mit sechs Prozent, FDP und BSW nicht.

Die AfD strebt nach der Wahl am Sonntag kommender Woche eine Alleinregierung in Sachsen-Anhalt an und will erstmals einen Ministerpräsidenten in einem Bundesland stellen. Ob dies gelingt, ist auch davon abhängig, wie viele Parteien insgesamt ins Landesparlament einziehen werden. Koalitionen mit der AfD schließen die anderen Parteien aus.

Denkbar ist eine von der Linken geduldete Minderheitsregierung aus CDU, SPD und Grünen. Laut ZDF wissen aber 31 Prozent der Befragten noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen. Den Fehlerbereich gab der Sender bei einem Anteilswert von 40 Prozent mit gut drei Prozentpunkten und bei einem Anteilswert von zehn Prozent mit gut zwei Punkten in beide Richtungen an.

Bei der Frage, welche Partei die nächste Landesregierung anführen sollte, sprechen sich laut ZDF 50 Prozent für die CDU und 35 Prozent für die AfD aus. Die bisherige Regierungsarbeit der CDU wird auf einer Skala von plus fünf bis minus fünf mit einem leicht negativen Durchschnittswert von minus 0,6 bewertet, die Oppositionsarbeit der AfD mit minus 0,9.

Im Direktvergleich der Spitzenkandidaten käme Ministerpräsident Schulze bei einer hypothetischen Direktwahl auf 48 Prozent, für AfD-Herausforderer Siegmund würden sich 32 Prozent entscheiden. Eine Alleinregierung der AfD fänden 54 Prozent der Befragten schlecht und 30 Prozent gut. Allerdings glauben 48 Prozent an eine absolute AfD-Mehrheit - 44 Prozent gehen nicht davon aus.

Bei der Landtagswahl von 2021 in Sachsen-Anhalt kam die CDU auf 37,1 Prozent vor der AfD mit 20,8 Prozent. Die Linke erreichte 11,0 Prozent und die SPD 8,4 Prozent. Ebenfalls in den Landtag schafften es die FDP mit 6,4 Prozent und die Grünen mit 5,9 Prozent. Alle anderen Parteien erzielten zusammen 10,4 Prozent. In Magdeburg regiert seither eine Koalition aus CDU, SPD und FDP.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Von der Leyen reist nach Grönland

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen reist am Sonntag zu einem zweitägigen Besuch nach Grönland. Sie will dort eine Vereinbarung über eine engere Zusammenarbeit mit der EU unterzeichnen. Am Sonntag steht zunächst eine Bootstour auf dem Programm. Am Montag folgen Treffen mit Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen, der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen und dem Premierminister der Farörerinseln, Beinir Johannesen.

Wählerinnen und Wähler stimmen in Sachsen-Anhalt über neuen Landtag ab

In Sachsen-Anhalt wird am Sonntag (ab 08.00 Uhr) ein neuer Landtag gewählt. Knapp 1,7 Millionen Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen. In den Umfragen lag die AfD mit großem Abstand vor der regierenden CDU von Ministerpräsident Sven Schulze. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD strebt eine Alleinregierung an und will erstmals einen Ministerpräsidenten stellen. Ob ihr dies gelingt, hängt auch davon ab, wie viele Parteien in den Landtag einziehen.

Weißes Haus: US-Gesandte und Putin erörterten "konkrete Pläne" zur Beendigung des Kriegs

Nach einem Treffen der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau haben sich beide Seiten positiv geäußert. Witkoff und Kushner hätten bei ihrem Gespräch mit Putin "konkrete Pläne" für die nächsten Schritte zur Beendigung des Ukraine-Kriegs erörtert, teilte das Weiße Haus am Samstag mit. Die Pläne sollten in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden.

Özdemir fordert "Hochdruck" beim Schutz sicherheitsrelevanter Infrastruktur

Nach Angriffen auf Umspannwerke in mehreren Bundesländern und einem nur knapp gescheiterten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) Tempo beim Schutz der sicherheitsrelevanten Infrastruktur sowie eine enge Zusammenarbeit der Bundesländer gefordert. "Die Sicherheitserfordernisse haben sich dramatisch verändert", sagte Özdemir dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Sonntag).

Textgröße ändern: