Deutsche Tageszeitung - Mindestens 37 Tote bei russischem Drohnenangriff auf Munitionslager nahe Kiew

Mindestens 37 Tote bei russischem Drohnenangriff auf Munitionslager nahe Kiew


Mindestens 37 Tote bei russischem Drohnenangriff auf Munitionslager nahe Kiew
Mindestens 37 Tote bei russischem Drohnenangriff auf Munitionslager nahe Kiew / Foto: © UKRAINIAN EMERGENCY SERVICE/AFP

Ein russischer Drohnenangriff hat in einem Munitionslager nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew einen Großbrand und zahlreiche Explosionen ausgelöst. Mindestens 37 Menschen kamen ums Leben, wie Regionalgouverneur Tymur Tkatschenko am Samstag berichtete. In dem Depot sei Munition für die ukrainische Armee gelagert gewesen, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft. Er kündigte an, die Verantwortlichen für die verbotene Waffenlagerung nahe Wohngebieten zur Rechenschaft zu ziehen.

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Reporter der Nachrichtenagentur AFP sahen eine riesige schwarze Rauchwolke über den westlichen Vororten von Kiew. In Onlinemedien verbreitete Videos zeigten gewaltige Explosionen. Selenskyj zufolge wurden meherere Wohngebäude sowie ein Pflegeheim beschädigt. Gouverneur Tkatschenko zufolge dauerten die Rettungsarbeiten in der Stadt Myla am Samstagnachmittag weiter an.

In dem Depot des ukrainischen Militärs seien große Mengen von Granaten, Minen und Drohnen gelagert worden, sagte Selenskyj in seiner Videobotschaft. Die Waffen hätten "dort absolut nicht sein dürfen", fügte er hinzu. "Diejenigen, die dies zugelassen haben, müssen dafür zur Rechenschaft gezogen werden", betonte er. "Munition darf nicht in der Nähe von Häusern oder Wohngebieten gelagert werden."

Die ukrainische Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf. Dabei gehe es um die Frage, ob die nötigen Genehmigungen für die Lagerung von Munition auf dem Gelände vorlagen, erklärte die Behörde.

Der ukrainische Regierungschef Serhij Korezky bedauerte im Onlinedienst Telegram, es seien "keine Lehren" aus einem Angriff auf ein Munitionsdepot nahe Kiew im Juli gezogen worden. Ermittlungen hatten damals ergeben, dass der vorgeschriebene Mindestabstand zu Wohngebäuden nicht eingehalten worden war. "Immer wieder den selben Fehler zu machen", sei "kriminelle Fahrlässigkeit", kritisierte Korezky.

Der ukrainischen Armee zufolge griff Russland die Ukraine in der Nacht mit zwei Raketen und 267 Drohnen an, 233 Drohnen wurden demnach abgefangen. Zusätzlich zu den Todesopfern in Myla wurden ein Mensch in der Region Odessa und ein 14-jähriges Mädchen im Kiewer Vorort Boryspil getötet, wie die örtlichen Behörden mitteilten.

In Russland wurden bei ukrainischen Angriffen nach Behördenangaben in der Region Belgorod drei Menschen getötet, ein Lagerhaus des russischen Einzelhändlers Ozon geriet in Brand. Bei einem Angriff in Sewastopol auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim wurde dem von Moskau eingesetzten Gouverneur zufolge ein weiterer Mensch getötet.

Russland und die Ukraine haben in den vergangenen Monaten ihre gegenseitigen Angriffe mit Langstreckenwaffen ausgeweitet und nehmen dabei zunehmend zivile Infrastruktur wie Lagerhäuser und Öl- sowie Hafeninfrastrukrur ins Visier. Bei diesen Angriffen gibt es zunehmend zivile Opfer.

(L.Svenson--DTZ)

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