Deutsche Tageszeitung - "Eigene Hausaufgaben zu machen": SPD verärgert über Reiches Kritik an Steuerreform

"Eigene Hausaufgaben zu machen": SPD verärgert über Reiches Kritik an Steuerreform


"Eigene Hausaufgaben zu machen": SPD verärgert über Reiches Kritik an Steuerreform
"Eigene Hausaufgaben zu machen": SPD verärgert über Reiches Kritik an Steuerreform / Foto: © AFP/Archiv

Die SPD hat zutiefst verärgert auf die Kritik von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) an den Plänen von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) für die Steuerreform reagiert. "Die Äußerungen von Ministerin Reiche lassen einen erneut kopfschüttelnd zurück", sagte SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese der "Rheinischen Post" vom Mittwoch. Reiche stelle damit Vereinbarungen in der Koalition in Frage. Klingbeil selbst erwartet ein Machtwort von Kanzler Friedrich Merz (CDU).

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Das Bundeskabinett soll am Mittwoch Klingbeils Vorschlag für die Einkommensteuerreform beschließen. Vorgesehen sind Entlastungen vorwiegend für Menschen mit kleineren und mittleren Einkommen sowie für Familien im Umfang von rund zehn Milliarden Euro. Zur Gegenfinanzierung soll vor allem eine Erhöhung der Reichensteuer beitragen.

Reiches Wirtschaftsministerium hatte in einem Brief die Steuerreform als unzureichend kritisiert. Ihr Staatssekretär Thomas Steffen verwies laut Medien darin insbesondere darauf, dass es erstmals seit 2015 keinen vollständigen Abbau der kalten Progression geben werde. Das Ergebnis wäre demnach "eine inflationsbedingte heimliche Steuererhöhung".

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf wies die Kritik am Mittwoch zurück. Schwerpunkt der Steuerreform seien Entlastungen für Familien mit Kindern, sagte er in der Sendung "Frühstart" der Sender RTL und ntv. Diese stünden angesichts steigender Mieten sowie Energie- und Lebensmittelpreise besonders unter Druck. Weitergehende Entlastungen hätten eine stärkere Belastung von Vermögen, Erbschaften und hohen Einkommen erfordert.

Klüssendorf warf Reiche seinerseits vor, untätig zu bleiben. "Von der Ministerin, die seit Wochen und Monaten beim Thema Tanken und beim Thema Spritpreise gar nicht aktiv wird und sich jeder Maßnahme verweigert, dann vorgehalten zu bekommen, dass dort mehr möglich sein müsste, finde ich ein bisschen schwierig", sagte der SPD-Generalsekretär. Reiche habe "ihre eigenen Hausaufgaben zu machen".

Klingbeil selbst hatte bereits am Dienstag Reiches Vorgehen kritisiert: "Ich gehe fest davon aus, dass auch der Bundeskanzler heute auf diesen Brief guckt und sich fragt: Warum diese Opposition in der Regierung", sagte er im RTL-"Nachtjournal". Gegen die eigene Regierung zu agieren, werde am Ende auch der Union nicht helfen, "sondern das nützt am Ende denen, die es nicht gut meinen mit unserem Land".

(U.Beriyev--DTZ)

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