Deutsche Tageszeitung - Klingbeil offen für weitere Steuerentlastung - wenn Union Vorschläge macht

Klingbeil offen für weitere Steuerentlastung - wenn Union Vorschläge macht


Klingbeil offen für weitere Steuerentlastung - wenn Union Vorschläge macht
Klingbeil offen für weitere Steuerentlastung - wenn Union Vorschläge macht / Foto: © AFP/Archiv

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat sich bereit erklärt, die Bürgerinnen und Bürger noch stärker bei der Steuer zu entlasten als bislang vorgesehen. Nach dem Kabinettsbeschluss zur Reform der Einkommensteuer zeigte sich Klingbeil am Mittwoch offen für Forderungen des Koalitionspartners Union nach einem höheren Entlastungsvolumen - und forderte CDU/CSU auf, Vorschläge zur Gegenfinanzierung vorzulegen. Er sei "gespannt, welche Ideen auf den Tisch kommen", sagte Klingbeil in Greenville in den USA. Sein Ministerium würde weitere Entlastungen "positiv begleiten".

Textgröße ändern:

Der Finanzminister forderte die Koalitionsfraktionen im Bundestag auf, in den anstehenden Haushaltsberatungen Spielräume für weitere Entlastungen auszuloten. "Ich drücke allen die Daumen, dass man dann noch mehr Geld findet, das dann für weitere Entlastungen, gerade für kleine und mittlere Einkommen zur Verfügung steht", sagte der SPD-Politiker. Er sei offen dafür, "dass da nochmal was oben draufgelegt wird".

Klingbeil wies darauf hin, dass er selbst Vorschläge zur Finanzierung einer noch höheren Entlastung vorgelegt habe - etwa durch Erhöhungen der Erbschaftssteuer und des Spitzensteuersatzes. "Das sind beides Elemente, die von der Union abgelehnt wurden", sagte der Minister. Deswegen müsse die Union selbst Vorschläge vorlegen.

Dem CDU-geführten Bundeswirtschaftsministerium, dessen Staatssekretär die Steuerreform in einem Brief als unzureichend kritisiert hatte, warf der Minister schlechten Stil vor. "Solche Briefe gehören sich nicht", sagte Klingbeil. "Ich halte nichts von Opposition in der Regierung."

Anders als geplant konnte Klingbeil nicht an der Kabinettssitzung in Berlin teilnehmen, bei der die Steuerreform beschlossen wurde. Er hing wegen einer Flugzeugpanne in den USA fest, wo er an einem Finanzministertreffen der G20-Staaten teilgenommen hatte. Für ihn sei das "natürlich bedauerlich", da er "intensiv" an der Steuerreform gearbeitet habe.

"Aber ich muss die Warnung der Crew und der Flugbereitschaft sehr ernst nehmen", sagte Klingbeil. Eine solche Panne mit einem Regierungsflugzeug müsse "man einmal durchgemacht gemacht haben als Regierungsmitglied", sagte er weiter. "Dann bin ich jetzt wohl endgültig in der Regierung angekommen."

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Trump nominiert Hung Cao dauerhaft zum US-Marine-Staatssekretär

US-Präsident Donald Trump hat den bisherigen kommissarischen Marine-Staatssekretär Hung Cao für die dauerhafte Besetzung des Postens nominiert. Er könne sich "niemanden Besseren" als obersten zivilen Verantwortlichen für Marine und Marineinfanterie vorstellen, erklärte Trump am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth Social und rief den Senat zu einer schnellen Bestätigung auf.

Nicaragua: Parlament billigt Ausschluss von Oppositionsparteien von Wahlen

Das Parlament in Nicaragua hat den von Langzeitpräsident Daniel Ortega geforderten Ausschluss von Oppositionsparteien von Wahlen in dem zentralamerikanischen Land gebilligt. Die Nationalversammlung nahm die Verfassungsreform in einer Sondersitzung, die vor der Kathedrale von León abgehalten wurde, 90 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Managua, einstimmig an, wie Parlamentspräsident Gustavo Porras am Mittwoch bekanntgab. Die Reform verlängert zudem die Amtszeit des Präsidenten von sechs auf sieben Jahre.

Ausbildungssuche abgebrochen: Behörde kann Kindergeld von Mutter zurückverlangen

Bricht ein volljähriges Kind die Suche nach einem Studien- oder Ausbildungsplatz ab, ohne dies der Mutter zu sagen, kann die Familienkasse laut einem Urteil aus Baden-Württemberg das Kindergeld zurückfordern. Das Kind bemühte sich erst später um einen Platz, wie das Finanzgericht Baden-Württemberg am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Der Rückforderungsbetrag kann aber aufgerechnet werden. (Az.: 13 K 1645/24)

Transmensch in Berlin angegriffen und beleidigt

Ein Unbekannter hat in Berlin einen Transmenschen beleidigt, angegriffen und verletzt. Das Opfer ist 18 Jahre alt, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Demnach hielt sich der Transmensch mit einer Begleitung am Dienstagabend vor einem Restaurant in Neukölln auf. Ein bislang Unbekannter soll das 18-jährige Opfer gefragt haben, ob es ein Mann oder eine Frau ist.

Textgröße ändern: