Deutsche Tageszeitung - Nach Zuflucht in Deutschland: Regierungsgegner im Iran zum Tode verurteilt

Nach Zuflucht in Deutschland: Regierungsgegner im Iran zum Tode verurteilt


Nach Zuflucht in Deutschland: Regierungsgegner im Iran zum Tode verurteilt
Nach Zuflucht in Deutschland: Regierungsgegner im Iran zum Tode verurteilt / Foto: © AFP/Archiv

Einem teils erblindeten iranischen Regierungsgegner, der zeitweise in Deutschland Zuflucht gefunden hatte, droht im Iran die Hinrichtung. Wie mehrere Menschenrechtsorganisationen am Donnerstag mitteilten, wurde der 27-jährige Ali Sarei von einem iranischen Gericht wegen "Korruption auf Erden" zum Tode durch den Strang verurteilt.

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Die in Frankfurt am Main ansässige Menschenrechtsorganisation Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) erklärte, der aus der Provinz Ardabil im Nordiran stammende Sarei sei in Deutschland medizinisch behandelt worden, nachdem er während der Massenproteste gegen die islamische Führung in Teheran 2022 schwer verletzt worden war. Demnach wurde er damals von Sicherheitskräften angeschossen und verlor sein rechtes Auge.

Die landesweiten Proteste unter dem Motto "Frau.Leben.Freiheit" waren durch den Tod der 22-jährigen Mahsa Amini infolge eines Polizeigewahrsams ausgelöst worden, die wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die Kleiderordnung festgenommen worden war.

Noch im Februar war Sarei laut Regierungsgegnern auf einer Kundgebung in München aufgetreten, die von Reza Pahlavi, dem Sohn des 1979 gestürzten iranischen Schahs, organisiert worden war. Dort dankte er demnach Pahlavi für dessen Bemühungen, "unseren Iran zu befreien", und rief: "1979 ist vorbei ... lang lebe der Schah!"

Laut IGFM kehrte Sarei "aus persönlichen Gründen" in den Iran zurück und wurde unmittelbar nach seiner Rückkehr festgenommen. Seine Verhaftung zeige erneut, "dass die Islamische Republik selbst vor den Opfern ihrer eigenen Gewalt nicht haltmacht", erklärte die Organisation.

Pahlavis Büro erklärte im Onlinedienst X, dass Sarei im Gefängnis Ghesel Hesar in Karadsch, westlich von Teheran, festgehalten werde. Er sei aufgrund "haltloser Anschuldigungen" zum Tode verurteilt worden. In dem Beitrag hieß es weiter, der junge Mann verkörpere eine "mutige Generation von Iranern, die sich gegen die Islamische Republik stellt".

Laut Menschenrechtsorganisationen sind im Iran in den vergangenen Monaten 29 Menschen hingerichtet worden, die im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Führung in Teheran im Januar verurteilt worden waren. Zwei weitere wurden demnach im Zusammenhang mit den Demonstrationen nach dem Tod von Mahsa Amini im Jahr 2022 zum Tode verurteilt.

(V.Varonivska--DTZ)

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