Deutsche Tageszeitung - Prägend für "Generationen von Frauen": US-Feministin Gloria Steinem mit 92 Jahren gestorben

Prägend für "Generationen von Frauen": US-Feministin Gloria Steinem mit 92 Jahren gestorben


Prägend für "Generationen von Frauen": US-Feministin Gloria Steinem mit 92 Jahren gestorben
Prägend für "Generationen von Frauen": US-Feministin Gloria Steinem mit 92 Jahren gestorben / Foto: © AFP/Archiv

Die US-Journalistin und feministische Galionsfigur Gloria Steinem ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Steinem starb am Mittwoch in ihrem Zuhause in New York, wie ihre Stiftung am Donnerstag im Onlinedienst Instagram mitteilte. In den 70er Jahren hatte Steinem die feministische Zeitschrift "Ms." gegründet. Sie gehörte zu den prominentesten Vertreterinnen der Frauenrechtsbewegung in den USA. Prominente US-Demokraten würdigten ihre Vorreiterrolle für "Genrationen von Frauen".

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Die Aktivistin und Autorin habe sich "bis zum Ende für die Gleichstellung eingesetzt", würdigte sie ihre Stiftung. Steinems "größte Gabe" sei ihre Fähigkeit gewesen, anderen zuzuhören "und ihnen das Gefühl zu geben, gesehen und gehört zu werden". "Gloria blieb ihrem unabhängigen Geist treu, stets voller Neugier und mit einem großartigen Sinn für Humor."

"Gloria hatte eine außergewöhnliche Persönlichkeit", würdigte Ex-Präsident Barack Obama die Aktivistin. Dank ihrer Kämpfe und Erfolge "gehen Generationen von Frauen nun ein Stück aufrechter und streben ein Stück weiter", schrieb der Demokrat im Onlinedienst X.

Die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton würdigte Steinem in einer Erklärung als Pionierin, die den Weg "nicht nur für sich selbst, sondern für Millionen von Frauen nach sich" geebnet habe.

Die einflussreiche US-Demokratin Nancy Pelosi erklärte auf X, Steinem habe "Generationen von Frauen inspiriert, die sich ihrer Macht bewusst geworden sind".

Bevor sie zu einer führenden Persönlichkeit der Frauenrechtsbewegung wurde, begann Steinem in den 60er Jahren ihre Karriere im Journalismus. Im Jahr 1963 verfasste sie eine Enthüllungsreportage über den allgegenwärtigen Sexismus, dem Kellnerinnen im New Yorker Playboy Club ausgesetzt waren.

Ihr feministisches Erwachen führte Steinem auf ein Treffen im Jahr 1969 zurück, bei dem Frauen über ihre Erfahrungen mit Abtreibungen sprachen. "Das verlieh meiner eigenen Erfahrung einen Sinn - ich hatte abgetrieben und es niemandem gesagt", schrieb die Aktivistin später im "New York Magazine". Daraufhin verlagerte sie ihren Schwerpunkt vom Journalismus auf öffentliche Vorträge. Steinem reiste jahrzehntelang weltweit umher, um an Konferenzen und Demonstrationen teilzunehmen.

In den 70er Jahren gründete Steinem die Zeitschrift "Ms." und die Frauenrechtsorganisation National Women's Political Caucus. In Houston organisierte sie die erste nationale Frauenkonferenz der USA.

In den Augen einiger junger Feministinnen steht Steinem für einen veralteten Feminismus. Kritik erfuhr sie etwa wegen ihrer Verteidigung von US-Präsident Bill Clinton im Jahr 1998, dem sexuelle Belästigung vorgeworfen wurde.

Steinem war am 25. März 1934 im US-Bundesstaat Ohio geboren worden. Als sie zehn Jahre alt war, ließen ihre Eltern sich scheiden. Fortan musste sie sich um ihre Mutter kümmern, die unter Depressionen litt.

Nach Jahrzehnten des Single-Daseins heiratete Steinem mit 66 Jahren den Geschäftsmann David Bale, Vater des Schauspielers Christian Bale. Auf die Frage, ob sie ihre Haltung zur Ehe verändert habe, sagte Steinem damals einem Journalisten: "Ich habe mich nicht verändert. Die Ehe hat sich verändert."

Bis zuletzt war Steinem in der feministischen Bewegung aktiv. Als der Oberste Gerichtshof der USA im Jahr 2022 das Recht auf Abtreibung kippte, erklärte sie: "Das wird nur dazu führen, dass Abtreibungen unsicher werden."

(W.Novokshonov--DTZ)

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