Deutsche Tageszeitung - US-Gesandte Witkoff und Kushner erstmals in Kiew zu Gesprächen über Ukraine-Krieg

US-Gesandte Witkoff und Kushner erstmals in Kiew zu Gesprächen über Ukraine-Krieg


US-Gesandte Witkoff und Kushner erstmals in Kiew zu Gesprächen über Ukraine-Krieg
US-Gesandte Witkoff und Kushner erstmals in Kiew zu Gesprächen über Ukraine-Krieg / Foto: © AFP

Erstmals seit Beginn des Ukraine-Krieges haben die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner Kiew besucht und dort Gespräche zur Beendigung des seit mehr als vier Jahren andauernden Konflikts geführt. Die beiden Gesandten trafen am Sonntag per Zug aus Polen kommend in der ukrainischen Hauptstadt ein, wo sie von Präsident Wolodymyr Selenskyj empfangen wurden. Tags zuvor hatten sie bereits in Moskau mit Präsident Wladimir Putin verhandelt.

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"Die Gespräche haben begonnen", schrieb Selenskyj am Nachmittag im Onlinedienst X. Während es für die beiden Gesandten ihr erster Besuch in der ukrainischen Hauptstadt seit Kriegsbeginn war, hatten sie Moskau schon mehrfach besucht. Witkoff ist ein Geschäftspartner von US-Präsident Donald Trump, Kushner ist der Schwiegersohn des Präsidenten.

Selenskyj erklärte vor dem Treffen, sein Land sei gesprächsbereit, immer konstruktiv gewesen und werde es bleiben. "Frieden wird gebraucht. Sicherheitsgarantien werden gebraucht. Ein würdiger Charakter des Friedens nach dem Krieg wird gebraucht", schrieb der ukrainische Präsident. Es müsse koordiniert und mit realistischen Zielen verhandelt werden

Die beiden Kriegsparteien hatten zugesichert, für die Zeit von drei Tagen jeweils von Angriffen auf die Hauptstädte abzusehen, um die US-Vermittlungsmission nicht zu gefährden. Die russische Nachrichtenagentur Tass meldete, die beiden Gesandten hätten auf ihrem Weg nach Kiew Halt im polnischen Rzeszow gemacht. Nach dem Überfall Russlands im Februar 2022 hatte die Ukraine ihren Luftraum geschlossen, so dass internationale Besucher seither mit dem Zug nach Kiew reisen.

Bei ihrem Treffen am Samstag mit Putin in Moskau besprachen Witkoff und Kushner nach Angaben der US-Regierung "konkrete Pläne" für die nächsten Schritte hin zu einem Ende des Krieges. In den kommenden Wochen würden die erörterten Pläne bekannt gegeben, hieß es weiter in Washington.

Putin hatte Trump dafür gedankt, dass dieser "nicht aufhöre" zu versuchen, den Krieg zu beenden, obwohl dies "nicht einfach" sei, wie in vom Fernsehen übertragenen Aufnahmen zu hören war.

"Die amerikanischen Vertreter hatten sich gründlich auf diese Reise vorbereitet", sagte der Kreml-Berater Juri Uschakow vor Journalisten. "Sie brachten nicht nur ihr Interesse an einer raschen Beendigung der Kämpfe zum Ausdruck, sondern legten auch mehrere Ideen für mögliche Wege zu einer Lösung vor", fügte er hinzu.

"Das Gespräch war konstruktiv, äußerst offen und vertrauensvoll", sagte Uschakow weiter. Die russische Seite habe den US-Vertretern mitgeteilt, Moskau sei "zuversichtlich", seine militärischen Ziele - die Eroberung des restlichen Ostens der Ukraine - erreichen zu können.

Nach viereinhalb Jahren Krieg hält Russland weite Teile des Ostens und des Südens der Ukraine besetzt; erklärtes Ziel Putins ist die Eroberung auch der übrigen, unter ukrainischer Kontrolle verbliebenen Gebiete im Donbas im Osten des Landes. Eine Abtretung der russisch besetzten Gebiete lehnt die Ukraine kategorisch ab

Wegen des Iran-Krieges waren Initiativen aus Washington für eine Verhandlungslösung im Ukraine-Konflikt in den vergangenen Monaten ausgeblieben. Kürzlich hatte Trump dann einen neuen diplomatischen Vorstoß angekündigt und erklärt, Witkoff und sein Schwiegersohn hätten einen Plan "zur Beendigung des Krieges".

Ungeachtet der Gespräche in Moskau und Kiew wurden die Gefechte am Wochenende andernorts fortgesetzt. Allein am Samstag starben nach Angaben der ukrainischen Behörden bei russischen Angriffen zehn Menschen, darunter eine ganze Familie in der Region Charkiw.

(M.Dylatov--DTZ)

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