Deutsche Tageszeitung - Prognosen: AfD in Sachsen-Anhalt weit vor CDU – absolute Mehrheit unklar

Prognosen: AfD in Sachsen-Anhalt weit vor CDU – absolute Mehrheit unklar


Prognosen: AfD in Sachsen-Anhalt weit vor CDU – absolute Mehrheit unklar
Prognosen: AfD in Sachsen-Anhalt weit vor CDU – absolute Mehrheit unklar / Foto: © AFP

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt laut Prognosen mit großem Abstand vor der CDU gewonnen - ob es für eine absolute Mehrheit reicht, war aber zunächst unklar. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei kam den Prognosen von ARD und ZDF zufolge am Sonntag auf 44 bis 44,5 Prozent der Stimmen. Die Christdemokraten von Ministerpräsident Sven Schulze erreichten mit 18,5 Prozent deutlich abgeschlagen Platz zwei.

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Auch die Linke mit neun bis 9,5 Prozent, die SPD mit acht bis neun Prozent und die Grünen mit 8,5 bis neun Prozent schafften es demnach wieder in den Magdeburger Landtag, während das BSW mit 4,8 bis fünf Prozent um den Einzug ins Landesparlament zittern musste. Die FDP scheiterte bis zwei bis 2,5 Prozent klar an der Fünfprozenthürde.

Den Prognosen zufolge kann die AfD mit 39 bis 41 Sitzen im 83 Sitze umfassenden Landtag rechnen. Die CDU kommt auf 16 bis 17 Mandate. Acht bis neun Sitze gehen an die Linke, sieben bis acht Mandate an die SPD, acht Sitze an die Grünen und möglicherweise vier Mandate an das BSW.

Eine absolute Mehrheit ergibt sich für die AfD bei dieser Sitzverteilung nicht. Da alle anderen Parteien nicht mit der AfD zusammenarbeiten wollen und die CDU auch Bündnisse mit der Linken grundsätzlich ausschließt, reicht es nicht für eine Koalition mit parlamentarischer Mehrheit. Sollte es für eine absolute Mehrheit der AfD nicht reichen, erscheint politisch und rechnerisch eine von der Linken tolerierte Minderheitsregierung unter CDU-Führung mögliche.

Ob die AfD an die Macht kommt, könnte auch entscheidend vom BSW abhängen - sofern es die Partei in den Landtag schafft. Die BSW-Spitze um Parteigründerin Sahra Wagenknecht hält die sogenannte Brandmauer für gescheitert. Das BSW will Schulze abwählen und wirbt für einen "überparteilichen Ministerpräsidenten", der mit wechselnden Mehrheiten unter Einbindung der AfD regiert. Sollten die anderen Parteien das nicht mittragen, würde sich das BSW bei der Wahl eines Ministerpräsidenten im dritten Wahlgang enthalten, was dem AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund den Weg ebnen könnte.

Die Wahlbeteiligung erreichte laut ZDF mit 80,0 Prozent einen historischen Höchststand in dem ostdeutschen Bundesland. Die bisherige Höchstmarke lag bei 71,1 Prozent im Jahr 1998. Bei der letzten Wahl am 6. Juni 2021 hatten 60,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Zur Wahl aufgerufen waren in Sachsen-Anhalt knapp 1,7 Millionen Menschen. Der Wahlausgang könnte Signalwirkung haben, denn in zwei Wochen wählen auch Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Auch in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD in Umfragen vorn, der Abstand zur nachfolgenden SPD schrumpfte aber zuletzt.

(U.Kabuchyn--DTZ)

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