Deutsche Tageszeitung - Finanzminister Klingbeil warnt vor Sozialabbau durch Reformpolitik

Finanzminister Klingbeil warnt vor Sozialabbau durch Reformpolitik


Finanzminister Klingbeil warnt vor Sozialabbau durch Reformpolitik
Finanzminister Klingbeil warnt vor Sozialabbau durch Reformpolitik / Foto: © AFP

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat die Grenzen der Reformbereitschaft seiner Partei markiert. Es dürfe nicht zugelassen werden, "dass unter dem Schlagwort der 'Reform' ein systematischer Abbau unseres Sozialstaates betrieben wird", sagte Klingbeil am Dienstag zum Auftakt der Haushaltsberatungen im Bundestag. "Alle wissen und spüren: Veränderungen kommen", sagte Klingbeil. "Die entscheidende Frage ist, ob Menschen Fortschritt als Bedrohung oder Fortschritt als Verbesserung erleben."

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Zwei Tage nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt räumte Klingbeil einen Vertrauensverlust der Bundesregierung ein. "Wenn wir Vertrauen für die notwendigen Veränderungen zurückgewinnen wollen, dann muss die Frage der Gerechtigkeit der Veränderungen in den Mittelpunkt", sagte er. "Das muss der Maßstab aller Entscheidungen sein." Veränderungen dürften "nicht dazu führen, dass die einen immer neue Chancen bekommen und die anderen das Gefühl haben, zurückzubleiben".

Mit der Warnung vor einem Abbau des Sozialstaats machte sich Klingbeil einen Kritikpunkt etwa der Gewerkschaften zu eigen, die die von der Koalition geplanten Reformen in den Bereichen Gesundheit, Rente und Pflege als Sozialabbau ablehnen. Bereits am Vortag hatte die SPD-Spitze angekündigt, in der Koalition über Änderungen an den Reformplänen zu beraten; damit reagierten sie auf das starke Abschneiden der AfD bei der Wahl in Sachsen-Anhalt.

Ihm sei "wichtig, dass die Reformvorhaben dieser Regierung eng mit den Gewerkschaften und den Arbeitgebern abgestimmt sind", sagte Klingbeil. "Unterschiedliche Perspektiven und Interessen müssen an einen Tisch." Seine Maxime sei: "Wer arbeitet und dieses Land jeden Tag am Laufen hält, hat Respekt, gute Arbeitsbedingungen und einen fairen Anteil am Wohlstand verdient", sagte Klingbeil.

(W.Budayev--DTZ)

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