Deutsche Tageszeitung - Rubio will "natürliche Beziehungen" zwischen USA und Kolumbien erneuern

Rubio will "natürliche Beziehungen" zwischen USA und Kolumbien erneuern


Rubio will "natürliche Beziehungen" zwischen USA und Kolumbien erneuern
Rubio will "natürliche Beziehungen" zwischen USA und Kolumbien erneuern / Foto: © POOL/AFP

US-Außenminister Marco Rubio will nach eigenen Worten die zuletzt deutlich verschlechterten Beziehungen der USA mit Kolumbien erneuern. Beide Länder hätten die Chance, nicht nur ihre "natürlichen Beziehungen" wiederherzustellen, sagte Rubio am Dienstag bei einem Besuch in dem südamerikanischen Land Journalisten. Sie würden auch in eine neue Phase der Zusammenarbeit eintreten, die "noch stärker" sei als zuvor.

Textgröße ändern:

Rubio äußerte sich in der kolumbianischen Stadt Barranquilla nach Gesprächen mit dem rechtsgerichteten Präsidenten Abelardo de la Espriella. Beide Seiten hatten zudem Abkommen über Lieferketten für kritische Mineralien und die zivile nukleare Zusammenarbeit unterzeichnet.

Die beiden verbündeten Nationen hätten sich unter der linken Vorgängerregierung voneinander entfernt, sagte Rubio weiter. Mit einem Seitenhieb auf die Regierung des ehemaligen linksgerichteten Präsidenten Gustavo Petro sagte Rubio, die neue Regierung habe "eine Reihe von Katastrophen" geerbt und sei nun mit "den Fehlern der vergangenen vier Jahre" konfrontiert.

Rubios Besuch in Kolumbien ist der Auftakt einer umfassenderen Südamerika-Reise. Neben Kolumbien besucht der US-Außenmister im Anschluss auch Ecuador und Peru. Ziel ist es nach Angaben des US-Außenministeriums, "Schlüsselpartnerschaften der USA zu stärken", unter anderem durch eine verstärkte Zusammenarbeit im Kampf gegen Drogenkartelle und vertiefte Handelsbeziehungen.

Rubio will bei seiner Reise unter anderem Ecuadors rechtsgerichteten Staatschef Daniel Noboa treffen. Er ist einer der engsten Verbündeten von US-Präsident Donald Trump in Lateinamerika. Im März hatte sich Ecuador einer von den USA geführten Koalition zur Bekämpfung des Drogenhandels in der Region angeschlossen. In Peru und Kolumbien waren kürzlich mit Keiko Fujimori und Abelardo de la Espriella zudem zwei weitere von Trump unterstützte Präsidenten ins Amt gekommen.

De la Espriellas Amtsantritt bedeutet einen deutlichen Rechtsruck nach vier Jahren unter Petro, dem ersten linken Präsidenten in der Geschichte Kolumbiens. Petro hatte versucht, mit mehreren bewaffneten Gruppen Friedensabkommen auszuhandeln - mit wenig Erfolg.

Kolumbien ist der weltweit größte Kokainproduzent, was den USA ein Dorn im Auge ist. In der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá will Rubio zudem über US-Unterstützung nach einem verheerenden Erdbeben im vergangenen Monat beraten. Dabei kamen mehr als 330 Menschen ums Leben. Rubio ist Sohn kubanischer Einwanderer und spricht fließend Spanisch.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

US-Gericht stoppt Weitergabe von Migranten-Steuerdaten an ICE

Die umstrittene US-Einwanderungsbehörde ICE darf keinen Zugriff auf vertrauliche Steuerzahlerdaten von Migranten ohne Aufenthaltstitel erhalten. Das Berufungsgericht für den Hauptstadtbezirk Washington erklärte eine Vereinbarung von ICE mit der Steuerbehörde IRS aus dem vergangenen Jahr am Dienstag für rechtswidrig. Das Gericht bestätigte ein erstinstanzliches Urteil, das die Weitergabe der Angaben von 1,28 Millionen Menschen vorerst gestoppt hatte.

Serbien: Vucic kündigt Parlamentswahl für den 25. Oktober an

Die von der Opposition in Serbien seit langem geforderten Neuwahlen sollen am 25. Oktober stattfinden. In einem am Dienstagabend vom staatlichen Fernsehsender RTS ausgestrahlten Interview sagte Präsident Aleksandar Vucic, er werde am Mittwoch einen Erlass zur Auflösung des Parlaments unterzeichnen und die Neuwahl umgehend einberufen. Am Montag hatte die Regierung die Auflösung des Parlaments vorgeschlagen und damit den Weg für Neuwahlen geebnet.

Netanjahus Büro weist Bericht über Warnung vor Hamas-Angriff im Oktober 2023 zurück

Das Büro von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach dieser vor dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 von den Vereinigten Arabischen Emiraten gewarnt worden sein soll. "Die Presseberichte sind falsch", teilte Netanjahus Büro am Dienstagabend mit, nachdem es zuvor schon von einer "absoluten Lüge" gesprochen hatte. Die israelische Zeitung "Haaretz" hatte berichtet, dass der Staatschef der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mohammed bin Sajed al-Nahjan, Netanjahu vor einem größeren Einsatz der radikalislamischen Palästinenserorganisation gewarnt haben soll.

Zwölf Länder des Westens wollen Handel mit israelischen Siedlungen sanktionieren

Wegen der israelischen Siedlungspolitik und der wachsenden Gewalt radikaler Siedler wollen zwölf westliche Staaten den Handel mit Produkten aus Siedlungen im Westjordanland sanktionieren. Der "systematische Ausbau der Siedlungen" und die "dramatische Zunahme der Siedlergewalt" seien eine "unmittelbare Bedrohung" für eine Zweistaatenlösung dar, erklärten Frankreich, Großbritannien und Kanada, die zu den zwölf Staaten gehören, am Dienstag. Israel verurteilte das Vorhaben und ordnete die Schließung des britischen Konsulats in Jerusalem an.

Textgröße ändern: