Deutsche Tageszeitung - Ölpreis treibt Spritpreise - Diesel in USA erstmals über sechs Dollar pro Gallone

Ölpreis treibt Spritpreise - Diesel in USA erstmals über sechs Dollar pro Gallone


Ölpreis treibt Spritpreise - Diesel in USA erstmals über sechs Dollar pro Gallone
Ölpreis treibt Spritpreise - Diesel in USA erstmals über sechs Dollar pro Gallone / Foto: © AFP

Der Ölpreis ist infolge der Eskalation im Iran-Krieg weiter stark gestiegen und sorgt weltweit für hohe Preise an den Tankstellen. Der Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent kratzte am Freitag zeitweise an der Marke von 110 Dollar, die US-Referenzsorte WTI hatte zuvor ebenfalls zeitweise die 100-Dollar-Marke übertroffen. In den USA erreichte der Dieselpreis einen neuen Höchststand und treibt die Verbraucherpreise - für Präsident Donald Trump wird das mit Blick auf die Zwischenwahlen im November zunehmend zum Problem.

Textgröße ändern:

Nach Angaben des US-Automobilclubs AAA vom Freitag lag der Dieselpreis erstmals über sechs Dollar pro Gallone (5,22 Euro für 3,8 Liter). Vor einem Jahr hatten Landwirte und Spediteure noch 3,71 Dollar pro Gallone bezahlt. Diesel wird in den USA überwiegend in Nutzfahrzeugen getankt. Ähnlich hoch war der Dieselpreis zuletzt im Juni 2022 mit durchschnittlich 5,82 Dollar pro Gallone.

Damals hatte der russische Angriff auf die Ukraine die Energiepreise deutlich in die Höhe getrieben, seit Februar diesen Jahres ist es der US-israelische Krieg gegen den Iran der die Öl- und Gasmengen auf dem Weltmarkt deutlich verknappt. Zum einen greift Teheran regelmäßig US-Stützpunkte und Energieinfrastruktur in den mit den USA verbündeten Golfstaaten an. Zudem ist die für den Öl- und Gastransport wichtige Straße von Hormus faktisch blockiert.

In dieser Woche kam es wegen neuer Kämpfe zum wiederholten Mal zu einem Anstieg des Ölpreises. Mit der Meerenge Bab al-Mandab im Roten Meer steht zudem eine weitere wichtige Transportroute zunehmend unter Druck: Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen gaben am Freitag bekannt, die Kontrolle über die Meerenge übernommen zu haben. Hinzu kommt, dass auch die Ukraine seit Monaten gezielt Energieinfrastruktur in Russland angreift.

Am Freitag senkte die Internationale Energie-Agentur in Paris (IEA) wegen der anhaltend hohen Preise ihre Prognose für die Öl-Nachfrage deutlich ab. Sie geht für 2026 nun von einem Rückgang um 2,5 Millionen Barrel pro Tag im Vergleich zu 2025 aus. Diesel ist laut IEA besonders betroffen, weil Raffinerien in den Golfstaaten sowie in Russland beschädigt worden seien.

In Deutschland verteuerte sich Diesel laut ADAC bis Dienstag im Wochenvergleich um fast neun Cent pro Liter. Auch Benzin war demnach 7,6 Cent teurer als in der Vorwoche. Beim Diesel ging es weiter nach oben: Am Donnerstag kostete ein Liter im bundesweiten Schnitt 2,336 Euro - 0,6 Cent mehr als am Vortag. Benzin war mit 2,253 Euro hingegen 0,7 Cent günstiger.

In den USA sorgen die massiv gestiegenen Treibstoffpreise seit Monaten für Unmut. Sie treiben auch die Lebensmittelkosten. Bei manchen Lebensmitteln machen die Kraftstoffkosten für den Transport nach Schätzungen des Supermarktverbands IGA 15 bis 30 Prozent der Gesamtkosten aus.

Die Demokraten haben die Verbraucherpreise zum zentralen Wahlkampfthema vor den Zwischenwahlen zum Kongress am 3. November erklärt. Umfragen zufolge droht der republikanischen Partei von Präsident Trump eine Schlappe.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Richtungsentscheidung in Israel: Wahllokale öffnen für Parlamentswahl

In Israel hat die erste Parlamentswahl seit dem Hamas-Überfall begonnen. Am Dienstagmorgen um 07.00 Uhr (Ortszeit, 06.00 Uhr MEZ) öffneten die Wahllokale des Landes. Die Abstimmung gilt als Richtungswahl über die künftige Ausrichtung Israels. Zwar hat die Opposition gute Chancen, die amtierende Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu abzulösen. Allerdings wird ein enges Rennen erwartet. Mit ersten Hochrechnungen wird nach Schließung der Wahllokale um 22.00 Uhr (Ortszeit, 21.00 Uhr MEZ) gerechnet.

US-Verteidigungsministerium benennt erstes Atom-U-Boot für australischen Marinestützpunkt

Das US-Verteidigungsministerium hat im Rahmen seines Verteidigungsabkommens mit Australien ein erstes Atom-U-Boot benannt, das in einem strategisch wichtigen Hafen an der Westküste des Landes stationiert werden soll. Wie die Verbündeten am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten, wird die "USS Colorado" Ende 2027 den neuen australischen Stützpunkt anlaufen.

Merz zum Auftakt seiner Asienreise in Singapur

Zum Auftakt seiner mehrtägigen Asienreise wird Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Dienstag in Singapur erwartet. In dem Stadtstaat wird der Kanzler unter anderem Premierminister Lawrence Wong und Präsident Tharman Shanmugaratnam treffen. Beim Institute for Southeast Asian Studies soll Merz die sogenannte Singapore Lecture halten. Bei der Rede dürfte er sich ausführlicher zu den Beziehungen zu den Staaten des Indopazifik äußern. Auch ein Besuch des Hafens PSA Horizons ist geplant.

Israelis wählen neues Parlament - Netanjahu unter Druck

In Israel wird am Dienstag ein neues Parlament gewählt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu tritt nach insgesamt mehr als 19 Jahren als Regierungschef erneut als Spitzenkandidat seiner konservativen Likud-Partei an. Seinen Herausforderern werden gute Chancen eingeräumt, vor allem dem Mitte-rechts-Kandidaten und ehemaligen Armeechef Gadi Eisenkot. Es wird ein enges Rennen erwartet.

Textgröße ändern: