Deutsche Tageszeitung - Trump bietet Nordkorea in Corona-Krise Verbesserung der Beziehungen an

Trump bietet Nordkorea in Corona-Krise Verbesserung der Beziehungen an


Trump bietet Nordkorea in Corona-Krise Verbesserung der Beziehungen an
Trump bietet Nordkorea in Corona-Krise Verbesserung der Beziehungen an / Foto: ©

Mit Blick auf die Coronavirus-Pandemie hat US-Präsident Donald Trump dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in einem Brief eine Verbesserung der Beziehungen angeboten. In dem Schreiben habe Trump "seinen Plan" dargelegt, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern "voranzubringen", meldete Nordkoreas amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Samstag unter Berufung auf Kims Schwester Kim Yo Jong. Nordkorea hat bislang keinen einzigen Infektionsfall mit dem neuartigen Coronavirus vermeldet. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Pandemie auch das international isolierte Land bereits erreicht hat.

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Der US-Präsident habe eine "Zusammenarbeit bei den Anti-Epidemie-Bemühungen" angeboten, hieß es in dem KCNA-Bericht offenbar mit Blick auf die Coronavirus-Pandemie. Ein hochrangiger Vertreter der US-Regierung bestätigte, dass Trump einen Brief an Kim Jong Un geschickt habe, "um die führenden Politiker der Welt in der derzeitigen Pandemie einzubeziehen". Der Präsident freue sich auf die weitere Kommunikation mit Kim.

Als Reaktion auf Trumps Brief warnte Kims Schwester mit Blick auf die stagnierten Abrüstungsgespräche zwischen Washington und Pjöngjang jedoch davor, dass das gute persönliche Verhältnis zwischen dem nordkoreanischen Machthaber und dem US-Präsidenten nicht ausreichen werde, um eine Verbesserung der Beziehungen insgesamt zu erreichen. "Wir versuchen, auf den Tag zu hoffen, an dem die Beziehungen zwischen den beiden Ländern so gut sein werden wie jene zwischen den beiden Spitzenpolitikern, aber man muss es der Zeit überlassen und beobachten, ob dies tatsächlich geschehen kann", erklärte Kim Yo Jong.

Unterdessen testete Nordkorea unter Missachtung von UN-Resolutionen erneut zwei Kurzstreckenraketen, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf die Armee berichtete. Die ballistischen Kurzstreckenraketen seien in der nördlichen Provinz Pyongan in Richtung Meer abgeschossen worden. Das japanische Verteidigungsministerium bestätigte die Raketentests.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte Pjöngjang mehrere Geschosse abgefeuert. Nach japanischen Angaben handelte es sich auch in diesen Fällen vermutlich um ballistische Raketen. KCNA meldete am Samstag, Kim habe am Freitag einem "Artilleriefeuer-Wettbewerb" verschiedener Einheiten der Armee beigewohnt. Kim hatte zu Jahresbeginn angekündigt, sich nicht mehr an das Moratorium für Atomversuche und Tests von Interkontinentalraketen zu halten. Er drohte auch, dass Nordkorea bald eine "neue strategische Waffe" präsentieren werde.

Die Atomverhandlungen zwischen Pjöngjang und Washington liegen seit einem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump im Februar vergangenen Jahres auf Eis. Das international weitgehend isolierte Nordkorea steht wegen seines Atom- und Raketenprogramms unter strikten US- und UN-Sanktionen. Kim hatte nach seinem Moratorium für Atom- und Raketentests vergeblich auf eine Aufhebung von Sanktionen gehofft.

Die Bundesregierung verurteilte Nordkoreas erneute Raketentests "mit Nachdruck". "Nach bereits zwei Tests mit mehreren Raketen in diesem Monat und insgesamt fünfzehn Tests seit Mai 2019 hat Nordkorea damit erneut gegen seine Verpflichtungen aus einschlägigen Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen verstoßen", erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Damit gefährde Pjöngjang "die internationale Sicherheit in unverantwortlicher Weise".

Der Ministeriumssprecher forderte die Regierung in Pjöngjang auf, ihre "völkerrechtlichen Verpflichtungen einzuhalten" und "das Angebot der USA zur Wiederaufnahme der von Nordkorea abgebrochenen Verhandlungen anzunehmen".

(U.Stolizkaya--DTZ)

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