Deutsche Tageszeitung - Parteichefs aus Schottland, Wales und Nordirland betonen Recht auf Selbstbestimmung

Parteichefs aus Schottland, Wales und Nordirland betonen Recht auf Selbstbestimmung


Parteichefs aus Schottland, Wales und Nordirland betonen Recht auf Selbstbestimmung
Parteichefs aus Schottland, Wales und Nordirland betonen Recht auf Selbstbestimmung / Foto: © AFP

Führende Vertreter nationalistischer Parteien aus Wales, Schottland und Nordirland haben in einer gemeinsamen Erklärung das Recht ihrer zu Großbritannien gehörenden Landesteile auf "Selbstbestimmung" betont. "Keine Regierung in Westminster hat das Recht, die Demokratie zu blockieren oder das Prinzip zu untergraben, dass unsere Bevölkerung über ihre eigene Zukunft entscheiden wird", erklärten sie bei einem Treffen im walisischen Cardiff in Bezug auf das gesamtbritische Parlament in London.

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Die Zukunft von Wales, Schottland und Nordirland liege "in der Europäischen Union", hieß es in der Erklärung weiter. An dem Treffen nahmen Regierungschef John Swinney von der Schottischen Nationalpartei (SNP), der Chef der walisischen Pro-Autonomie-Partei Plaid Cymru, Rhun ap Iorwerth, und Michelle O'Neill von Nordirlands irisch-republikanischer Sinn-Fein-Partei teil.

Alle drei Parteien streben die Loslösung ihrer Landesteile vom Vereinigten Königreich an. Doch vertreten sie unterschiedliche Positionen dazu, wie und wann dies geschehen könnte.

Sie beabsichtigten eine "Stärkung der Zusammenarbeit" ihrer Parteien, hieß es in der gemeinsamen Erklärung der drei Parteichefs weiter. Dafür wollten sie "konkrete Bereiche" ausloten, die besonders lohnend seien.

Das Treffen der drei Parteichefs war das erste dieser Art. Es fand nur zwei Tage nach Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu einem vereinigten Irland statt. Eine Wiedervereinigung der Republik Irland mit dem britischen Nordirland nannte Trump am Samstag nach einem Treffen mit Irlands Regierungschef Micheal Martin in Dublin "eine großartige Sache".

Großbritanniens Premierminister Andy Burnham hat allerdings eine Abstimmung in Nordirland ausgeschlossen. Im August erklärte er, ein Referendum zu einer Wiedervereinigung sei "vom Tisch".

In Schottland hatte sich bei einem Referendum im Jahr 2014 eine knappe Mehrheit für einen Verbleib im Vereinigten Königreich ausgesprochen. London betrachtete die Frage danach als für eine Generation entschieden.

In Nordirland ist die Sinn Fein stärkste Kraft im Regionalparlament. Die Partei ging aus dem politischen Flügel der paramilitärischen Untergrundorganisation IRA hervor. Die IRA kämpfte jahrzehntelang für die Vereinigung Nordirlands mit der Republik Irland.

(V.Sørensen--DTZ)

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