Deutsche Tageszeitung - "Netflix-reif": Spaniens Regierungschef Sánchez weist Vorwurf der Erpressung durch Marokko zurück

"Netflix-reif": Spaniens Regierungschef Sánchez weist Vorwurf der Erpressung durch Marokko zurück


"Netflix-reif": Spaniens Regierungschef Sánchez weist Vorwurf der Erpressung durch Marokko zurück
"Netflix-reif": Spaniens Regierungschef Sánchez weist Vorwurf der Erpressung durch Marokko zurück / Foto: © AFP

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez hat den Vorwurf als "Netflix-reif" zurückgewiesen, er werde von Marokko wegen des Migrantenandrangs in die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika erpresst. "Diese falschen Berichte, die über das Mobiltelefon oder andere Angelegenheiten kursieren - nun, vielleicht eignen sie sich hervorragend für eine Netflix-Serie, aber die Realität muss auf Fakten beruhen und nicht auf Falschmeldungen", sagte Sánchez am Montagabend.

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Zuletzt waren Vorwürfe aufgetaucht, die von der oppositionellen konservativen Volkspartei PP von Alberto Núñez Feijóo aufgegriffen wurden. Demnach zögert Sánchez, Marokko wegen des Migrantenandrangs in Ceuta Ende Juli zur Rede zu stellen, da Rabat ihn möglicherweise mit Informationen erpresst, die durch das Hacken eines seiner Handys erlangt wurden.

Der Sozialist sagte nun, er habe "nie gesagt, dass wir nicht entschlossen auf Marokko reagieren würden, sollte sich herausstellen, dass Marokko ... hinter den Ereignissen vom 30. und 31. Juli steckt". Es gebe aber bislang "keine Informationen, die Marokkos Verantwortung für den Andrang eindeutig belegen, mit dem wir am 31. Juli konfrontiert waren".

Er fügte an, die Beziehungen zwischen Ländern, insbesondere zu Nachbarn, müssten "auf Respekt und Fakten beruhen, nicht auf wilden Spekulationen oder Verachtung".

Am 30. und 31. Juli waren mehr als 70.000 Menschen zu Fuß oder schwimmend aus Marokko nach Ceuta gelangt. Die meisten kehrten kurz darauf zurück oder wurden zurückgebracht, tausende Migranten harren aber weiterhin in Ceuta aus. Nach spanischen Angaben gab es bei dem Andrang dutzende Tote.

Nach den Vorfällen hatte es Spekulationen gegeben, dass Marokko die Menschen möglicherweise absichtlich nach Ceuta durchgelassen haben könnte - etwa aus Verärgerung über einen Besuch von Sánchez in Algerien im Juli. Sánchez hat eine Verantwortung Marokkos seitdem mehrfach zurückgewiesen. Die spanische Opposition hat seine Haltung scharf kritisiert.

(O.Tatarinov--DTZ)

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