Deutsche Tageszeitung - Anwälte: Duterte leidet unter "erheblichen Gedächtnisverlusten"

Anwälte: Duterte leidet unter "erheblichen Gedächtnisverlusten"


Anwälte: Duterte leidet unter "erheblichen Gedächtnisverlusten"
Anwälte: Duterte leidet unter "erheblichen Gedächtnisverlusten" / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Der wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag angeklagte frühere philippinische Präsident Rodrigo Duterte leidet nach Angaben seiner Anwälte unter "erheblichen Gedächtnisverlusten". Dutertes Zustand hindere ihn daran, sich an jüngere Ereignisse zu erinnern "und verlässlich auf Erinnerungen zurückzugreifen", erklärte das Anwaltsteam des 81-Jährigen in einer Stellungnahme, die am Dienstag auf der Website des IStGH veröffentlicht wurde.

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Sein Gesundheitszustand mache es Duterte unmöglich, sich mit dem bevorstehenden Prozess auseinanderzusetzen, "ganz zu schweigen davon, seinem Hauptverteidiger, an dessen Namen er sich nur manchmal erinnert, ordnungsgemäß Anweisungen zu geben", erklärte Verteidiger Peter Haynes. Er sei daher gezwungen, das Vorfahren ohne substanzielle Mitwirkung seines Mandanten vorzubereiten.

Die Ankläger erklärten hingegen, Duterte sei "in der Lage, seine prozessualen Rechte und sein Recht auf ein faires Verfahren sinnvoll auszuüben". Der ehemalige Staatschef sei "verhandlungsfähig". Nach den Regeln des IStGH können Verfahren nicht fortgesetzt werden, wenn ein Angeklagter die Anklage nicht versteht oder nicht in der Lage ist, sich substanziell an seiner Verteidigung zu beteiligen.

Dutertes Prozess soll am 30. November beginnen. Das Gericht prüft jedoch, ob der ehemalige Staatschef geistig verhandlungsfähig ist, und hat dafür ein medizinisches Gutachten angeordnet.

Seit seiner Festnahme und Überstellung nach Den Haag 2025 nahm Duterte nur einmal per Video an einer Voranhörung teil. Dabei wirkte er verwirrt und müde, seine Stimme war kaum zu hören. Sein Anwaltsteam beantragte, ihn aus gesundheitlichen Gründen von den folgenden Anhörungen zu befreien. Die Vorsitzende Richterin Joanna Korner hat Duterte aufgefordert, an einer für Mittwoch geplanten Anhörung teilnehmen. Bislang ist kein Antrag der Verteidigung auf Befreiung von der Anwesenheitspflicht öffentlich gemacht worden.

Duterte ist in drei Punkten angeklagt. Die Anklage wirft ihm vor, während des sogenannten Kriegs gegen den Drogenhandel in mindestens 76 Morde verwickelt gewesen zu sein. Duterte beteuert seine Unschuld. Er ist der erste ehemalige Staatschef aus Asien, dem vor dem IStGH der Prozess gemacht werden soll.

In seiner Amtszeit als Präsident hatte Duterte den Drogen den Kampf angesagt. Einsatzkräfte töteten damals tausende mutmaßliche Drogenhändler und Drogensüchtige. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen lagen gegen viele Opfer gar keine Anschuldigungen vor, insbesondere Menschen aus ärmeren Bevölkerungsschichten wurden demnach ins Visier genommen.

(M.Dylatov--DTZ)

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