Deutsche Tageszeitung - Trump droht mit dauerhafter Schließung des Kennedy Centers in Washington

Trump droht mit dauerhafter Schließung des Kennedy Centers in Washington


Trump droht mit dauerhafter Schließung des Kennedy Centers in Washington
Trump droht mit dauerhafter Schließung des Kennedy Centers in Washington / Foto: © AFP

US-Präsident Donald Trump hat mit der dauerhaften Schließung des renommierten Kennedy Centers in Washington gedroht. Sollte die Justiz eine Umbenennung erneut stoppen, würden "der Umbau und die Renovierung des Kennedy Centers nicht stattfinden", schrieb Trump am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth Social. Zuvor hatte er die Schließung der Kultureinrichtung mitgeteilt.

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Der Verwaltungsrat habe dies nahezu einstimmig beschlossen, erklärte Trump bei Truth Social. Er begründete den Schritt mit Sicherheitsmängeln des Gebäudes und der Notwendigkeit für "sehr umfangreiche und komplexe" Renovierungsarbeiten.

Zur Voraussetzung für die Renovierung machte Trump, dass sein eigener Name an der Fassade des Gebäudes angebracht wird. Ein US-Bundesrichter hatte dies zuvor erneut verweigert. Der Richter Christopher Cooper ordnete am Dienstag an, Trumps Namen von der Außenfassade des Zentrums zu entfernen. Damit hob er die Entscheidung des Verwaltungsrates zur Umbenennung der Einrichtung auf.

Cooper entschied, dass Trumps Name nicht wieder angebracht werden dürfe. Das Kennedy Center kritisierte er scharf für den Versuch, eine frühere Anordnung zu umgehen. Der Verwaltungsrat könne "ohne die Zustimmung des Kongresses keine Gedenkstätten für Präsident Trump oder für irgendjemand oder irgendetwas anderes im Kennedy Center errichten", erklärte er.

Vor dem Richterspruch hatte Trump damit geprahlt, dass nur er den Erhalt des Kulturzentrums bewirken könne. "Wäre das Gebäude geöffnet gewesen, wären unschuldige Menschen ums Leben gekommen", schrieb er bei Truth Social.

Der Vorstand des Kennedy Centers habe sich "nachdrücklich für dessen Erhalt ausgesprochen in dem Wissen dass ich der Einzige bin, der dies bewerkstelligen kann", schrieb Trump weiter. "Ich verfüge über die Fähigkeit, die nötigen Mittel aufzubringen und den Bau umzusetzen; eine Fähigkeit, die nur wenige andere besitzen."

Mit der Frage der Umbenennung dürfte sich nun demnächst das Oberste Gericht befassen. Das Urteil sollte aber nicht "negativ" ausfallen, warnte Trump. Sollte es dennoch dazu kommen und das Urteil des Bundesrichters "vom Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten nicht aufgehoben werden, werden der Umbau und die Renovierung des Kennedy Centers nicht stattfinden".

Das Kennedy Center verteidigte indes seinen Beschluss. Es teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, die Entscheidung des Verwaltungsrates zeuge von "besonnener Urteilskraft" und stelle "die Sicherheit über alles andere".

Die renommierte Kultureinrichtung war 1971 zu Ehren des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy eröffnet worden. Trump hatte ihr eine links-"woke" Haltung vorgeworfen und sich selbst an die Spitze eines Verwaltungsrats mit handverlesenen Mitgliedern gesetzt.

Zudem ließ der US-Präsident seinen Namen vor dem Kennedys an der Fassade des Zentrums anbringen. Das führte zu einem langwierigen Rechtsstreit und einem Einbruch der Besucherzahlen. Zahlreiche Künstler sagten als Reaktion auf die mögliche Umbenennung ihre Konzerte ab.

Nachdem ein Bundesgericht verfügt hatte, Trumps Name müsse von der Fassade wieder verschwinden, beschloss der Verwaltungsrat kürzlich laut Medienberichten das Gegenteil. Die geplante Inschrift sollte nun lauten: "Restauriert und renoviert von Präsident Donald J. Trump".

Trump will der US-Hauptstadt mit verschiedenen Bauvorhaben seinen Stempel aufdrücken. Mit mehreren Prestigeprojekten will er bis zum Ende seiner zweiten Amtszeit im Januar 2029 das Erscheinungsbild Washingtons neu gestalten und für immer prägen.

Unter anderem ließ der 80-Jährige den historischen Ostflügel des Weißen Hauses abreißen, um an dessen Stelle einen Ballsaal zu bauen. Zudem hat er den sogenannten Reflecting Pool renovieren lassen und will einen riesigen Triumphbogen errichten lassen. Dieser soll fast drei Mal so hoch werden wie das Brandenburger Tor in Berlin und anderthalb Mal so hoch wie der Pariser Triumphbogen.

(A.Nikiforov--DTZ)

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