Deutsche Tageszeitung - US-Senator Sanders und ehemaliger Trump-Berater Bannon warnen vor KI

US-Senator Sanders und ehemaliger Trump-Berater Bannon warnen vor KI


US-Senator Sanders und ehemaliger Trump-Berater Bannon warnen vor KI
US-Senator Sanders und ehemaliger Trump-Berater Bannon warnen vor KI / Foto: © AFP

Der linksgerichtete US-Senator Bernie Sanders und der ultrarechte Scharfmacher und ehemalige Chefstratege von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, haben vor Gefahren durch Künstliche Intelligenz (KI) und ihre Entwickler gewarnt. "Genau wie Atomwaffen ist künstliche Superintelligenz eine Bedrohung für die Menschheit, und sie muss auch so behandelt werden", sagte Sanders am Dienstag (Ortszeit) bei einer Konferenz in Washington zur Verringerung von Risiken durch Technologie. Bannon bezeichnete dort Führungskräfte in KI-Unternehmen als "unaufrichtig".

Textgröße ändern:

Sanders und Bannon, die an entgegengesetzten Enden des politischen Spektrums stehen, traten unmittelbar nacheinander auf der Konferenz auf. Entscheidungen über die Entwicklung von KI seien von "einer Handvoll der reichsten Menschen der Welt" getroffen worden, darunter Elon Musk, Mark Zuckerberg und Jeff Bezos, sagte Sanders. "Das Volk dieses Landes muss die Entscheidungen über KI treffen und nicht nur eine Handvoll Oligarchen."

Der unabhängige Senator aus Vermont, der mit den Demokraten zusammenarbeitet, kündigte an, einen Gesetzentwurf vorzulegen, um "die Entwicklung künstlicher Superintelligenz dauerhaft zu verbieten". Gemeint sind KI-Systeme, die jedem Menschen überlegen sind und sich der menschlichen Kontrolle entziehen.

Auch Bannon kritisierte die Chefs der führenden KI-Unternehmen als "Oligarchen". "Wir können niemals dem trauen, was ein Oligarch sagt", sagte er und fügte hinzu: "Sie sind unaufrichtig und sie lügen."

Der ehemalige Berater Trumps während dessen erster Amtszeit (2017 bis 2021) verwies auf die politischen Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und Sanders. Es gebe vermutlich keine "kompromisslosere Parteigänger" als Sanders auf der linken und ihn auf der rechten Seite, sagte Bannon. "Wir müssen darüber hinauswachsen", fügte er hinzu. "Dies ist ein Wendepunkt der Geschichte."

Uneins waren sich die beiden Redner jedoch im Umgang mit China, der derzeitigen Nummer zwei im KI-Wettlauf. Sanders rief zu Diplomatie auf und forderte Trump auf, mit Chinas Präsidenten Xi Jinping "einen umfassenden Vertrag" zum Pausieren der Entwicklung von KI auszuhandeln. Bannon wies diesen Ansatz zurück und forderte stattdessen, dass die USA ihre Beziehungen zum chinesischen KI-Sektor vollständig abbrechen. "Wir sollten jetzt jeden Aspekt des Ökosystems der KI von der Kommunistischen Partei Chinas abriegeln", sagte er.

Zuletzt hatte es aus der Tech-Branche angesichts außer Kontrolle geratener KI-Systeme mehrfach Warnungen gegeben, die Technologie könne unkontrollierbar werden. Der Chef des KI-Pioniers Anthropic, Dario Amodei, rief am Wochenende zu einer langsameren Entwicklung von KI-Modellen auf. Unterstützung bekam er von OpenAI-Chef Sam Altman, dem Tech-Unternehmer Elon Musk, der hinter dem KI-Assistenten Grok steht, Microsoft-Chef Satya Nadella sowie DeepMind-Chef Demis Hassabis.

Harte Kritik daran kam wiederum von US-Präsident Trump, der eine staatliche Regulierung von KI ablehnt. Er begründete dies damit, die USA müssten ihren technologischen Vorsprung vor China aufrechterhalten. KI-Skeptiker verunglimpfte er als "Verschwörungstheoretiker" und "Verräter".

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Westjordanland: Israelische Siedler setzen Moschee in Brand

Israelische Siedler haben in der Ortschaft Mikhmas im besetzten Westjordanland eine Moschee beschmiert und in Brand gesetzt. Ein palästinensischer Anwohner berichtete der Nachrichtenagentur AFP, er habe am Mittwoch kurz nach Mitternacht das Geräusch von zersplitterndem Glas gehört und sei zu der 50 Meter entfernten Moschee geeilt. Diese habe bereits in Brand gestanden.

Nach Starlink-Drosselung: Ukraine wirft USA Unterstützung Russlands vor

Nach neuen russischen Luftangriffen auf die Ukraine und einer offenbar fehlenden Warnung durch die westlichen Verbündeten hat ein ranghoher Vertreter der Kiewer Regierung den USA vorgeworfen, Russland im Krieg gegen sein Land zu unterstützen. "Es war bereits zweimal so, dass uns die Amerikaner nicht über den Start russischer Raketen informiert haben, als unser Energiesektor attackiert wurde", sagte der Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP in Kiew am Mittwoch. Bei den neuen Attacken wurden in Kiew mindestens fünf Menschen getötet, auch in anderen Landesteilen gab es Tote.

Merz beschwört "schöpferische Anstrengung" als Antwort auf Extremismus

Gutes Regierungshandeln ist nach Ansicht von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Antwort auf das Erstarken der politischen Ränder. "Schöpferische Anstrengung ist es, was wir alle zusammen in unserem Land jetzt brauchen", sagte Merz am Mittwoch im Bundestag. Diese Anstrengung werde die Bundesregierung aufbringen, "auch und gerade gegen den Extremismus", der "gerade wieder mit aller Macht in dieses Parlament" und in die "Alltagswelt unseres Landes" eindringe.

38 Organisationen warnen vor Aussetzung des Asylrechts in der EU

Vor dem EU-Gipfel ab Donnerstag in Brüssel warnen 38 Organisationen eindringlich davor, das Recht auf Asyl in bestimmten Situationen auszusetzen. In einer am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamen Erklärung appellieren die Organisationen an die Bundesregierung, auf europäischer Ebene für den Schutz des individuellen Asylrechts einzustehen. "Eine von der EU genehmigte Aussetzung des Asylrechts wäre ein folgenschwerer Bruch mit den europäischen Grundrechten."

Textgröße ändern: