Deutsche Tageszeitung - Zivilschutz: 20 Tote und dutzende Vermisste bei Einsturz von Gebäude im Gazastreifen

Zivilschutz: 20 Tote und dutzende Vermisste bei Einsturz von Gebäude im Gazastreifen


Zivilschutz: 20 Tote und dutzende Vermisste bei Einsturz von Gebäude im Gazastreifen
Zivilschutz: 20 Tote und dutzende Vermisste bei Einsturz von Gebäude im Gazastreifen / Foto: © AFP

Bei dem Einsturz eines Wohnhauses im Gazastreifen sind nach Angaben des von der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas kontrollierten Zivilschutzes mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende weitere Menschen würden vermisst, teilte der Zivilschutz am Mittwoch mit. Das sechsstöckige Gebäude, das in der Vergangenheit durch israelische Angriffe beschädigt worden sei, sei in der Nacht im Viertel Tal al-Hawa in der Stadt Gaza eingestürzt.

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Unter den Todesopfern seien auch fünf Kinder, teilte der Zivilschutz weiter mit. Von dem Gebäude blieb am Mittwoch nur ein Schuttberg übrig, in dem Rettungskräfte nach Überlebenden suchten, wie AFP-Reporter berichteten.

Der Sprecher des Zivilschutzes, Mahmud Bassal, sagte AFP, das Gebäude habe durch vorherige israelische Angriffe strukturelle Schäden erlitten. Es sei in den Jahren 2024 und 2025 mehrmals getroffen worden und die Bewohner seien gewarnt worden, nicht dorthin zurückzukehren.

Sie hätten jedoch "keine andere Wahl" gehabt, sagte Bassal. "Da weder Zelte noch Wohnungen zur Verfügung stehen, leben sie trotz der Einsturzgefahr in rissigen, beschädigten Gebäuden", fügte er hinzu. Die große Mehrheit der Gebäude im Gazastreifen ist nach Angaben der UNO während des Krieges durch israelische Angriffe beschädigt oder zerstört worden.

Die Rettungsarbeiten seien im Gange, erklärte Bassal. Sie stützten sich jedoch nur auf "begrenzte Ausrüstung und einfache Werkzeuge, da die israelische Besatzung die Lieferung der notwendigen schweren Maschinen und Geräte in den Gazastreifen verhindert".

Der humanitäre Koordinator der UNO für die besetzten palästinensischen Gebiete, Ramis Alakbarow, äußerte sich "erschüttert" über den Einsturz des Gebäudes. "Die heutige Tragödie verdeutlicht die schwerwiegenden Risiken für Familien, die in solchen Gebäuden leben, und den dringenden Bedarf an sicheren Alternativen", erklärte er. "Niemand sollte sein Leben riskieren müssen, nur um einen sicheren Zufluchtsort zu finden."

Am 7. Oktober 2023 hatten die Hamas und ihre Verbündeten aus dem Gazastreifen heraus Israel angegriffen. Sie töteten mehr als 1200 Menschen und verschleppten 251 Menschen als Geiseln, von denen 44 bereits tot waren.

Israel reagierte mit massiven Angriffen auf den Gazastreifen, bei denen nach Hamas-Angaben seither mehr als 73.000 Menschen getötet wurden. Trotz einer im Oktober vereinbarten Waffenruhe griff die israelische Armee zwischenzeitlich nahezu täglich Ziele im Gazastreifen an.

(V.Sørensen--DTZ)

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