Deutsche Tageszeitung - Rechtsextremer Zemmour tritt bei Frankreichs Präsidentschaftswahl an

Rechtsextremer Zemmour tritt bei Frankreichs Präsidentschaftswahl an


Rechtsextremer Zemmour tritt bei Frankreichs Präsidentschaftswahl an
Rechtsextremer Zemmour tritt bei Frankreichs Präsidentschaftswahl an / Foto: © AFP/Archiv

Sieben Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich hat der Rechtsextremist Eric Zemmour seine Kandidatur angekündigt, die der Rechtspopulistin Marine Le Pen Stimmen kosten könnte. "Ich werde antreten", sagte Zemmour am Donnerstagabend dem Sender BFM und beendete damit Spekulationen, dass er die Kandidatur seiner Lebensgefährtin Sarah Knafo überlassen würde.

Textgröße ändern:

Der Vorsitzende der rechtsextremen Partei Renconquête (Zurückeroberung) bekräftigte seine Forderung, große Gruppen von Ausländern abzuschieben, darunter Häftlinge, Langzeitarbeitslose und Menschen, die ausschließlich von Sozialhilfe leben. "Und natürlich alle Illegalen, das versteht sich von selbst", fügte der 68-Jährige hinzu. Die Arbeitskraft von Migranten ließe sich dank des Fortschritts der Künstlichen Intelligenz künftig durch Roboter ersetzen.

Zemmour setzte zudem weiter auf antimuslimische Rhetorik und erklärte: "Mit einem muslimischen Namen kann man kein Franzose sein." Kopftücher, aber auch Kippas sollen ihm zufolge im gesamten öffentlichen Raum verboten werden - nicht nur wie bisher in Schulen und für Beamte. "Das Gespenst, das Europa bedroht, ist nicht Nazismus, sondern Islamismus", erklärte Zemmour, der gute Kontakte zur AfD pflegt.

Im Februar 2025 hatte Zemmour der AfD-Chefin Alice Weidel in Berlin persönlich zum Wahlergebnis bei der Bundestagswahl gratuliert und ihr eine Flasche Champagner geschenkt. Zum Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt bemerkte er kürzlich im Onlinedienst X: "Die Stunde der Wahrheit hat geschlagen. Und das wird nun überall passieren."

Der ehemalige Publizist, dessen Karriere von dem Verleger Vincent Bolloré stark gefördert worden war, war bereits 2022 im Präsidentschaftswahlkampf angetreten. Überraschend hatte er damals Le Pen in den Umfragen zeitweise überholt. Am Ende kam er mit sieben Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang auf den vierten Platz.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Selenskyj lanciert ersten Gipfel der Karpaten-Länder

Mit einem ersten Gipfel der Karpaten-Länder will der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine engere Zusammenarbeit mit den EU-Staaten vorantreiben. Selenskyj eröffnete am Freitag im Westen der Ukraine das erste Treffen des neuen Formats "Acht der Karpaten" (C8), dem neben der Ukraine auch Österreich, Polen, Rumänien, Serbien, die Slowakei, Tschechien und Ungarn angehören.

Europarats-Plattform bezeichnet Wahl in Russland als "Scheinwahl"

Eine Gruppe von Abgeordneten des Europarats sowie von Aktivisten hat die Parlamentswahl in Russland als "Scheinwahl" bezeichnet, aus der "ein Scheinparlament" hervorgehen werde. "Die neue Staatsduma darf nicht anerkannt werden, weder als demokratisch gewählt noch als legitimer Repräsentant des russischen Volkes", erklärte am Freitag die Plattform für den Dialog mit demokratischen Kräften in Russland der Parlamentarischen Versammlung des Europarats.

Schwedens Oppositionschefin Andersson erklärt sich zur Bildung einer Regierung bereit

Nach dem hauchdünnen Wahlsieg des oppositionellen Mitte-links-Lagers in Schweden hat die sozialdemokratische Spitzenkandidatin Magdalena Andersson offiziell ihre Bereitschaft zur Bildung einer neuen Regierung erklärt. Sie habe Parlamentspräsident Andreas Norlén informiert, dass sie dies "versuchen" wolle, sagte Andersson am Freitag. Norlén wollte Andersson voraussichtlich noch am Freitag formell mit dieser Aufgabe betrauen.

Ceuta-Krise: An Stränden ausharrende Migranten in Zeltlager gebracht

Nach dem Massenandrang von Migranten in der spanischen Exklave Ceuta Ende Juli haben die Behörden damit begonnen, zahlreiche an Stränden ausharrende Migranten in ein Zeltlager zu bringen. Der Transfer begann am frühen Freitagmorgen, wie die Regierung mitteilte. Dabei kam es zu Gedränge, als Migranten sich die 1700 Plätze in dem am Hafen eingerichteten Zeltlager sichern wollten. Fernsehbilder zeigten, wie die Polizei eingreifen musste.

Textgröße ändern: