Deutsche Tageszeitung - Nach Landtagswahlen: SPD-Fraktionschef Miersch deutet Kurskorrektur an

Nach Landtagswahlen: SPD-Fraktionschef Miersch deutet Kurskorrektur an


Nach Landtagswahlen: SPD-Fraktionschef Miersch deutet Kurskorrektur an
Nach Landtagswahlen: SPD-Fraktionschef Miersch deutet Kurskorrektur an / Foto: © AFP/Archiv

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hat nach den schlechten Ergebnissen seiner Partei in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern den Wunsch nach einer Kurskorrektur beim Reformkurs der Bundesregierung angedeutet. "Diese Reformen stehen augenblicklich in erster Linie für Kürzung", sagte Miersch am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Sie zeigten "noch nicht auf, welche positiven Veränderungen" damit verbunden seien.

Textgröße ändern:

Als Beispiele nannte Miersch die Idee, weitere Berufsgruppen in die gesetzliche Rente einzubeziehen und "dass wir im Bereich der Gesundheitsversorgung für eine Facharztgarantie für gesetzlich Versicherte streiten". Zudem äußerte Miersch verhaltene Skepsis zu der viel kritisierten Abschaffung der sogenannten Rente mit 63. Auch CDU-Ministerpräsidenten hätten "die Frage 45 Versicherungsjahre problematisiert", sagte er dazu.

Der Bundestag werde nun über die Gesetzentwürfe diskutieren. "Und die Dinge sind ja auch schon auf dem Tisch", fügte Miersch hinzu, "beispielsweise die Frage der Gerechtigkeit". Die Frage der "Lebensleistung" müsse seines Erachtens "eine Rolle in dem Rentenreformpaket" spielen.

Die Koalition an sich stellte der SPD-Fraktionschef aber nicht in Frage. "Wir haben eine große Verantwortung, ein großes Verantwortungsbewusstsein, alle drei zusammen", sagte er über die SPD und die Koalitionspartner CDU und CSU. Nun gelte es, "auch bei unterschiedlichen Meinungen einen tragfähigen Kompromiss zu finden".

Bei den Wahlen am Sonntag kam die SPD in Mecklenburg-Vorpommern trotz einer Aufholjagd in den vergangenen Wochen knapp hinter der AfD auf Platz zwei, in Berlin mussten die Sozialdemokraten derweil das schlechteste Ergebnis in der Landesgeschichte verkraften.

Noch am Montag wollen die Spitzen der Bundesparteien über die Konsequenzen beraten. Die SPD-Vorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil wollen um 11.00 Uhr vor die Presse treten. Mit dabei sind die Spitzenkandidaten Steffen Krach aus Berlin und Manuela Schwesig aus Mecklenburg-Vorpommern, die voraussichtlich weiter Ministerpräsidentin bleiben kann, da der AfD die Koalitionspartner fehlen.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

AfD-Politiker erstmals Landtagspräsident: Partei sieht Brandmauern gefallen

Zum ersten Mal in Deutschland ist mit dem Abgeordneten Tobias Rausch in Sachsen-Anhalt ein Politiker der in Teilen rechtsextremistischen AfD zum Landtagspräsidenten gewählt worden. Der 35-Jährige erhielt am Dienstag im Magdeburger Landtag 48 Stimmen und damit neun Stimmen außerhalb seiner eigenen Fraktion. Rausch forderte ein Ende "der politischen Brandmauern". Oppositonsparteien sprachen von einem "schwarzen Tag für den Parlamentarismus" in Deutschland.

Festnahme von Ex-BND-Chef Hanning alarmiert die Bundespolitik

Die Festnahme des früheren BND-Chefs August Hanning hat die Bundespolitik alarmiert - und Sorge vor einem Vertrauensverlust bei ausländischen Partner-Geheimdiensten genährt. Sicherheitspolitiker von Regierung und Opposition forderten am Dienstag eine umfassende Aufklärung des Falls. Für den CDU-Geheimdienstexperten Marc Henrichmann zeigt die Festnahme die "Handlungsfähigkeit" des Rechtsstaats. Nach Auffassung der Linken sind die Nachrichtendienste "selbst ein Sicherheitsrisiko".

AfD-Landtagspräsident Rausch: "Brandmauern sollten der Vergangenheit angehören"

Der neugewählte AfD-Landtagspräsident von Sachsen-Anhalt, Tobias Rausch, hat sich für einen offeneren Umgang mit seiner Partei ausgesprochen. "Die Zeiten der politischen Brandmauern sollten der Vergangenheit angehören", sagte der 35-Jährige am Dienstag nach seiner Wahl im Landtag in Magdeburg. Außerhalb des Parlaments "interessiert sich kein Mensch für parteipolitische Taktik". Die Menschen hätte nur eine Frage: "Funktioniert unser Land?"

Bundespräsident Steinmeier will zu Staatsbesuch nach Frankreich reisen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will am Mittwoch gemeinsam mit mehreren Ministern und Ministerpräsidenten zu einem mehrtägigen Staatsbesuch nach Frankreich reisen. Der Besuch biete Gelegenheit, "die Tiefe der deutsch-französischen Freundschaft zu kräftigen", hieß es aus dem französischen Präsidialamt. Frankreich wird derzeit von einer Welle von Schülerprotesten erschüttert, bei der es gewaltsame Ausschreitungen mit mindestens tausend Verletzten gab.

Textgröße ändern: