Deutsche Tageszeitung - Macron lädt zum Papstbesuch alle EU-Staats- und Regierungschefs ein

Macron lädt zum Papstbesuch alle EU-Staats- und Regierungschefs ein


Macron lädt zum Papstbesuch alle EU-Staats- und Regierungschefs ein
Macron lädt zum Papstbesuch alle EU-Staats- und Regierungschefs ein / Foto: © AFP/Archiv

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat anlässlich des anstehenden Papstbesuch in Frankreich sämtliche Staats- und Regierungschef der EU ins ostfranzösische Metz eingeladen. "Die Einladungen sind verschickt, die Antworten treffen noch ein", hieß es am Dienstag im Präsidialamt in Paris. Konkret sind die EU-Spitzenpolitiker zu einer politischen Rede von Papst Leo XIV. eingeladen, die er am Montag im Robert-Schuman-Kongressezntum in Metz halten wolle.

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"Wir wollten ein europäisches Format", betonte der Elysée. Zuvor hatte es Gerüchte gegeben, auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj werde nach Metz kommen. Das Präsidialamt wies Medienberichte zurück, nach denen Macron sich vergeblich um ein Treffen mit dem Papst in Notre-Dame oder um ein Festessen im Elysée bemüht habe. "Wir schlagen jedes Mal ein Package vor, das dann angepasst wird", hieß es im Elysée.

Der Papst werde schließlich auch nicht im Hof des Invalidendoms eine Truppenparade abnehmen oder die Flamme am Grabmahl des Unbekannten Soldaten entfachen. "Wir haben auf gar nichts bestanden, das war in 30 Sekunden geregelt", erklärte der Elysée. Der Vatikan habe betont, dass es sich um einen "apostolischen" Besuch handele, der in erster Linie den Katholiken gelte.

Tatsächlich habe der Elysée vorgeschlagen, dass der Papst die Feuerwehrleute und Handwerker treffen solle, die die Pariser Kathedrale Notre-Dame vor den Flammen gerettet und wieder aufgebaut hatten. Dazu sei im Programm des Papstes jedoch kein Platz mehr gewesen.

Macron werde an keiner der Messen des Papstes teilnehmen, erklärte der Elysée. Beim Gottesdienst auf der Place de la Concorde, zu dem am Samstag 600.000 Menschen erwartet werden, lasse sich Macron durch den Premierminister Sébastien Lecornu und seine Frau Brigitte Macron vertreten.

Papst Leo XIV. wird vom 25. bis 28. September in Frankreich erwartet. Es ist der erste Staatsbesuch eines Papstes in Frankreich seit 18 Jahren. "Damit die Welt das Leben habe", lautet der Leitspruch der Reise - was als indirekte Kritik an dem im August in Frankreich verabschiedeten Gesetz aufgefasst wird, das unter Auflagen die Sterbehilfe legalisiert.

Zum Auftakt seines Besuchs will der Papst am Freitag mit Macron zusammentreffen, den Pariser Sitz der UN-Kulturorganisation Unesco besuchen und in Notre-Dame mit Bischöfen, Priestern und Ordensleuten eine Vesper feiern. Am Abend ist eine Begegnung mit rund 80.000 jungen Menschen im Stade de France nördlich von Paris geplant.

Am Samstag will der Papst eine Einrichtung für Migranten besuchen und am Institut Catholique mit jungen Erwachsenen zusammentreffen, die sich kürzlich haben taufen lassen oder dies vorhaben. Am Nachmittag ist auf der Place de la Concorde die Messe unter freiem Himmel geplant, bei der die Teilnehmer sich über die gesamte Länge der Champs-Elysées und noch weiter hinter dem Triumphbogen verteilen werden.

Am Sonntag will der Papst den Pilgerort Lourdes besuchen und dort mit bis zu 150.000 Menschen ebenfalls eine Messe feiern. Dort ist auch ein Treffen mit sieben Menschen geplant, die in ihrer Kindheit von katholischen Geistlichen oder an katholischen Schulen missbraucht wurden.

Der Papstbesuch endet am Montag in Metz, dem Wohnort von Robert Schuman, einem der Gründerväter der EU. Papst Leo will dort in einer politischen Rede an die Wurzeln Europas erinnern und zu Frieden und Versöhnung aufrufen.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

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