Deutsche Tageszeitung - Leo XIV. feiert in Paris Messe mit 700.000 Menschen

Leo XIV. feiert in Paris Messe mit 700.000 Menschen


Leo XIV. feiert in Paris Messe mit 700.000 Menschen
Leo XIV. feiert in Paris Messe mit 700.000 Menschen / Foto: © AFP

Es war wohl die größte Messe, die je in Paris stattgefunden hat: Rund 700.000 Menschen haben am Samstag in der französischen Hauptstadt an einem Gottesdienst mit Papst Leo XIV. teilgenommen. In seiner Predigt rief das Oberhaupt der katholischen Kirche dazu auf, über den Sinn des Lebens nachzudenken: "Was suchen wir wirklich im Leben?", fragte er. "Begnügen wir uns mit materiellen Gütern, der sofortigen Erfüllung unserer Wünsche, den kleinen Idolen, die uns alles Mögliche versprechen, aber unser Herz leer lassen?"

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"Es gibt auch heute viele Menschen, die sich in der Gesellschaft und in den Pfarreien für das Leben, die Familie, die Wahrheit und den Frieden einsetzen", sagte der Papst. Er ermutigte insbesondere Jugendliche und diejenigen, die sich auf die Taufe vorbereiten, "lebendige Zeugen einer Zivilisation der Liebe" zu werden. An der Messe nahmen auch zahlreiche Politiker teil - allerdings nicht Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der sich durch Premierminister Sébastien Lecornu vertreten ließ.

Der Papst war zuvor im Papamobil über die Champs-Elysées gefahren, wobei er von zahlreichen Gläubigen bejubelt wurde, die gelb-weiße Fähnchen schwenkten und "Leo, Leo" riefen. Immer wieder brachten Helfer Babys und Kleinkinder zu dem 71-Jährigen, der sie lächelnd segnete.

Am Vormittag hatte der Papst zunächst zu einem würdevollen Umgang mit Migranten aufgerufen. Die Menschen sollten "jene sehen, die unsichtbar sind, und jene befreien, die durch die wirtschaftliche Lage in die Sklaverei gedrängt werden", sagte er beim Besuch einer Einrichtung für Migranten in Paris. Die Geschichte der Kirche und der Menschheit sei nicht von denen geschrieben, die den Eindruck erwecken, zu siegen, indem sie sich durchsetzen. Die Geschichte werde vielmehr von denen gemacht, die sich um Frieden bemühen, Vertrauen schaffen und das Leben fördern.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche äußerte sich im Haus Bakhita, das die Diözese Paris eingerichtet hat. "Dieses Haus bezeugt der ganzen Stadt, dass es möglich ist, sich zu begegnen und gemeinsam in Würde und Frieden zu leben", sagte der Papst, nachdem er Berichte eines afghanischen und eines nigerianischen Migranten angehört hatte.

Leo XIV. traf anschließend an der Hochschule Institut Catholique mit jungen Erwachsenen zusammen, die sich kürzlich haben taufen lassen oder sich auf die Taufe vorbereiten. Der Papst rief dazu auf, diese Menschen "zu begleiten und sie in die Gemeinschaft einzugliedern".

In Frankreich ist die Zahl der Erwachsenentaufen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. In diesem Jahr haben sich insgesamt knapp 21.400 Jugendliche und überwiegend junge Erwachsene taufen lassen - ein Phänomen, das im Vatikan aufmerksam beobachtet wird. "Ich dachte immer, die Messe ist für alte Menschen, aber in meiner Pfarrei ist das gar nicht so, da geht es sehr lebendig zu", sagte die 31 Jahre alte Angeline Mandoux, die sich auf die Taufe vorbereitet.

Am Sonntag will der Papst den Pilgerort Lourdes besuchen. Dort ist auch ein Treffen mit sieben Menschen geplant, die in ihrer Kindheit Opfer sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche oder Angestellte an katholischen Schulen geworden sind. Am Montag will Leo XIV. zum Abschluss seines Frankreich-Besuchs im lothringischen Metz eine politische Rede zu den Wurzeln Europas halten, zu der Präsident Macron sämtliche Staats- und Regierungschefs eingeladen hat. Bislang ist nicht bekannt, wer von ihnen kommen will.

(L.Svenson--DTZ)

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