Deutsche Tageszeitung - Defizit der Kommunen bleibt in der ersten Jahreshälfte auf Rekordhoch

Defizit der Kommunen bleibt in der ersten Jahreshälfte auf Rekordhoch


Defizit der Kommunen bleibt in der ersten Jahreshälfte auf Rekordhoch
Defizit der Kommunen bleibt in der ersten Jahreshälfte auf Rekordhoch / Foto: © AFP/Archiv

Die Kommunen in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2026 erneut ein deutliches Finanzierungsdefizit aufgewiesen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, erreichte das Defizit mit 20,1 Milliarden Euro den gleichen Rekordwert wie im Vorjahreszeitraum. Sowohl 2025 als auch 2026 seien damit die höchsten kommunalen Finanzierungsdefizite in einer ersten Jahreshälfte seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 erreicht worden.

Textgröße ändern:

Laut Statistischem Bundesamt stiegen sowohl Ausgaben als auch Einnahmen in den deutschen Gemeinden und Gemeindeverbänden weniger stark an als im Vorjahreszeitraum. Demnach erhöhten sich die Ausgaben um 2,7 Prozentpunkte auf 204,1 Milliarden Euro, während die Einnahmen um drei Prozentpunkte auf 184 Milliarden Euro anstiegen.

Die Steuereinnahmen der Kommunen stiegen dagegen im ersten Halbjahr 2026 kaum an. Mit einer Zunahme von 0,9 Prozentpunkten erreichten diese 57,3 Milliarden Euro, so die Behörde.

Personalausgaben machten mit 54,7 Milliarden Euro erneut den größten Anteil aller kommunalen Ausgaben aus. Deutliche Ausgaben gab es wie üblich auch für Sachaufwendungen mit 49,5 Milliarden und sozialen Leistungen mit 46,3 Milliarden Euro.

Den größten Zuwachs beobachtete das Statistische Bundesamt allerdings bei den kommunalen Zinsausgaben, die sich um 13,1 Prozentpunkte auf 2,4 Milliarden Euro erhöhten. Dagegen fielen die Sachinvestitionen um 4,5 Prozentpunkte auf 21,7 Milliarden Euro zurück. Die Baumaßnahmen verringerten sich um 2,4 Prozentpunkte auf 15,5 Milliarden Euro.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Netanjahu: Israel hat Großbritannien vor iranischem Angriff auf Luftwaffenstützpunkt gewarnt

Israel hat Großbritannien nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schon vor Wochen gewarnt, dass der Iran einen Anschlag auf einen Luftwaffenstützpunkt plane. Netanjahu sagte dem US-Sender Fox News am Mittwochabend, die Warnung sei kurz vor den von London am 8. September verhängten Sanktionen gegen Produkte aus israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland erfolgt. Er nannte dies "absurd". An einem auch von den USA genutzten Militärstützpunkt im Südwesten Englands waren am vergangenen Wochenende verdächtige Aktivitäten beobachtet worden.

Nach Angriff in Flydubai-Maschine: "Heldenmut" der Passagiere und des Piloten gewürdigt

"Außerordentliche Tapferkeit" und "Helden": Der Pilot und die Passagiere, die auf dem Flug von Dubai nach Tel Aviv einen möglichen Anschlag abwenden konnten, sind für ihr mutiges Handeln gewürdigt worden. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte dem US-Sender Fox News am Mittwoch, indem sie den Versuch des Copiloten abgewehrt hätten, die Maschine zum Absturz zu bringen, hätten sie "eine Katastrophe gestoppt, die globale Ausmaße hätte annehmen können". Israels Präsident Isaac Herzog kündigte an, vier Passagiere mit einem der höchsten Orden des Landes auszuzeichnen.

In Rheinland-Pfalz gefasster mutmaßlicher syrischer Kriegsverbrecher in Haft

Ein mutmaßlicher Kriegsverbrecher aus Syrien ist in Deutschland in Untersuchungshaft genommen worden. Das teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Donnerstag, einen Tag nach der Festnahme von Ibrahim A., mit. Dieser soll vor elf Jahren in Syrien drei Menschen erschossen haben.

Berliner Linke trifft sich mit Grünen und SPD zu Gespräch vor möglichen Sondierungen

Elf Tage nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin treffen sich Linke, Grüne und SPD am Donnerstag (11.00 Uhr) zu einem ersten Gespräch vor möglichen Sondierungen. Bei dem Treffen auf Einladung der Linken soll geklärt werden, ob die Voraussetzungen für Sondierungsgespräche gegeben sind. Die Linke gewann die Wahl am 20. September deutlich. Spitzenkandidatin Elif Eralp kündigte anschließend an, eine Regierung mit Grünen und SPD anzustreben.

Textgröße ändern: