Deutsche Tageszeitung - UNO: Mindestens zehn Zivilisten bei pakistanischen Angriffen in Afghanistan getötet

UNO: Mindestens zehn Zivilisten bei pakistanischen Angriffen in Afghanistan getötet


UNO: Mindestens zehn Zivilisten bei pakistanischen Angriffen in Afghanistan getötet
UNO: Mindestens zehn Zivilisten bei pakistanischen Angriffen in Afghanistan getötet / Foto: © AFP

Bei pakistanischen Luftangriffen in Afghanistan sind nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens zehn Zivilisten getötet worden, die meisten von ihnen Kinder. Neun weitere Menschen seien verletzt worden, teilte die UN-Mission in Afghanistan (UNAMA) am Donnerstag mit. Die Angriffe trafen die südliche Provinz Helmand und die an Pakistan grenzende Provinz Kunar.

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Pakistan bestätigte "geplante und abgestimmte" Angriffe auf Ziele in Afghanistan. Auf Grundlage "glaubwürdiger Geheimdienstinformationen" seien "Terroristencamps und Verstecke" an zwei Standorten gezielt angegriffen worden, erklärte das Informationsministerium. Dabei seien 22 Kämpfer getötet sowie Waffen und Munition zerstört worden.

Die Taliban-Regierung hatte zunächst neun zivile Todesopfer gemeldet und die Zahl später auf zehn erhöht. Zwei Bewohner von Helmand berichteten AFP von drei Luftangriffen auf ihr Dorf. "Es waren Zivilisten, Kinder, Frauen. Sie haben sie getötet. Es gibt hier kein Militär oder irgendetwas anderes", sagte der 32-jährige Kudrat Ullah.

Auch in Kunar wurden Wohnhäuser getroffen. Ein AFP-Journalist sah in der abgelegenen Chugam-Schlucht die Trümmer von Steinhäusern. Der Bauer Mohammad Hashim berichtete, er habe nach dem Angriff bei der Bergung geholfen. Unter den Trümmern seien ein Mann und vier getötete Kinder gefunden worden.

Pakistan wirft der Taliban-Regierung in Kabul seit langem vor, Kämpfer der Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) zu beherbergen, die für zahlreiche Anschläge in Pakistan verantwortlich gemacht werden. Die Taliban weisen den Vorwurf zurück und beschuldigen Pakistan, die afghanische Souveränität zu verletzen und Zivilisten zu töten.

Die Spannungen zwischen den Nachbarländern haben sich seit Oktober 2025 massiv verschärft. Trotz Vermittlungsbemühungen kam es zuletzt wiederholt zu Luftangriffen und bewaffneten Auseinandersetzungen. Seit Oktober 2025 wurden nach Angaben von UNAMA bei der Gewalt zwischen beiden Ländern mehr als 500 Zivilisten getötet.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

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