Deutsche Tageszeitung - Flydubai-Vorfall: Trump vermutet Beteiligung Irans und droht mit harten Konsequenzen

Flydubai-Vorfall: Trump vermutet Beteiligung Irans und droht mit harten Konsequenzen


Flydubai-Vorfall: Trump vermutet Beteiligung Irans und droht mit harten Konsequenzen
Flydubai-Vorfall: Trump vermutet Beteiligung Irans und droht mit harten Konsequenzen / Foto: © AFP

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran für den Fall einer Verwicklung in den mutmaßlichen Anschlag auf eine Flydubai-Maschine mit 174 Passagieren an Bord schwerwiegende Konsequenzen angedroht. "Sie werden sehr hart getroffen werden, keine Sorge", antwortete Trump am Donnerstag auf die Frage einer Journalistin zu möglichen US-Vergeltungsmaßnahmen gegen Teheran. Einem Bericht zufolge bauen die USA unterdessen ihre Militärpräsenz in der Golfregion weiter aus.

Textgröße ändern:

Befragt dazu, ob der Iran etwas mit dem mutmaßlichen Anschlag auf die Passagiermaschine zu tun habe, sagte Trump: "Ich würde sagen, die Antwort lautet, nach dem, was ich höre, ja. Aber wir arbeiten gerade daran."

Das Linienflugzeug von Flydubai war am Mittwoch nach Einschätzung der israelischen Regierung knapp einem Terroranschlag entgangen. Die Maschine war auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv, als sie massiv an Höhe verlor. Laut der Website Flightradar24 sackte das Flugzeug innerhalb einer Minute etwa 5000 Meter ab. Die meisten der 174 Passagiere an Bord waren Israelis.

Nach Angaben des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu hatte der Copilot den Piloten niedergestochen und versucht, das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Augenzeugen zufolge drangen mehrere Passagiere aus den vorderen Sitzreihen in das Cockpit ein und überwältigten den Copiloten.

Der indische Flugkapitän Smit Machchhar schilderte am Freitag die dramatischen Minuten im Cockpit, nachdem er angriffen worden war. "Ich habe versucht, mein eigenes Leben zu retten, aber ich wusste, dass ich all diese Menschen nicht sterben lassen konnte", sagte Smit Machchhar in einem Telefonat mit Indiens Regierungschef Narendra Modi.

Als er verletzt auf dem Boden im Cockpit gelegen habe, habe er realisiert, dass das Flugzeug im Sinkflug sei. Er habe dann mit letzter Kraft versucht, die Cockpit-Tür zu erreichen. "Ich wurde selbst dann noch geschlagen, aber ich öffnete einfach die Tür und alle kamen herein."

Netanjahu sagte dem US-Sender Fox News, der aus dem Oman stammende Copilot habe eine "radikale islamistische Indoktrination" durchlaufen. Näher äußerte sich der israelische Regierungschef nicht dazu.

Der indische Pilot war laut Medienberichten nach der Notlandung in Saudi-Arabien in ein Krankenhaus in die Emirate verlegt worden. Er befinde sich auf dem Weg der Besserung, erklärte der indische Botschafter in Dubai am Donnerstag.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) leiteten Ermittlungen zur Prüfung einer möglichen Terrortat ein. Saudi-Arabien teilte mit, der Copilot sei am Donnerstag in Begleitung eines "Sicherheitsteams aus den VAE" in die Emirate gebracht worden. Die Regierung in Riad fügte hinzu, erste Ermittlungen ergeben hätten ergeben, dass der Copilot den Kapitän des Flugzeugs angegriffen habe.

Flydubai stellte nach dem Vorfall an Bord von Flug FZ 1073 seine Flüge nach Israel vorerst ein. Die israelische Fluggesellschaft El Al musste ihre für Freitag geplanten Sonderflüge für die in Dubai gestrandeten Urlauber absagen. Die Behörden der Emirate hätten keine Landeerlaubnis für die beiden Flüge erteilt, erklärte El Al. Sobald die Genehmigung vorliege, würden die Maschinen Richtung Dubai starten. Für die regulären Flüge nach Tel Aviv seien die Tickets für kommende Woche bereits ausverkauft.

Das US-Nachrichtenportal "Axios" berichtete derweil, dass die USA kürzlich zusätzliche Patriot-Raketenbestände nach Saudi-Arabien und Katar entsandt hätten, um wichtige Energieanlagen vor möglichen iranischen Angriffen zu schützen. Seit Beginn des Iran-Kriegs vor rund sieben Monaten fliegt der Iran immer wieder Luftangriffe auf Ziele in mit den USA verbündeten Staaten der Region.

"Axios" berichtete zudem, dass der Flugzeugträger "USS Theodore Roosevelt" und seine Besatzung auf dem Weg in die Region seien, wo sie sich zwei weiteren bereits vor Ort befindlichen US-Flugzeugträger-Kampfverbänden anschließen könnten.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Zweites Treffen: Rot-Grün-Rot in Berlin verständigt sich auf "gemeinsamen Weg"

Die Berliner Landesverbände von Linken, Grünen und SPD haben sich bei einem zweiten Treffen nach der Wahl "auf einen weiteren gemeinsamen Weg verständigt". Dies geht aus einer gleichlautenden Erklärung hervor, welche die drei Parteien am Samstag verbreiteten. "In der kommenden Woche werden wir die aktuellen Gespräche zu einem Ergebnis führen", hieß es darin weiter.

Bilanz mit pessimistischen Untertönen: Steinmeier warnt vor Gefahr für Demokratie

Besorgte Mahnungen zum Ende einer langen Amtszeit: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat wenige Monate vor seinem Ausscheiden aus dem Amt vor einer ernsthaften Gefährdung für Demokratie und Zusammenhalt in Deutschland gewarnt. In seiner Rede zum Tag der Deutschen Einheit beklagte Steinmeier am Samstag in Bremen eine "unerträgliche politische Demagogie extremistischer Kräfte", die an den Grundfesten des Staates rüttle. Er rief die Bundesregierung auf, trotz allen Widerstands ihren Reformkurs fortzusetzen.

Lettland wählt neues Parlament unter dem Eindruck russischer Bedrohung

In Lettland haben die Bürger am Samstag unter dem Eindruck der russischen Bedrohung und wachsender wirtschaftlicher Sorgen ein neues Parlament gewählt. Sicherheit und Verteidigung prägten den Wahlkampf in dem baltischen Staat ebenso wie steigende Lebenshaltungskosten, niedrige Löhne und Probleme im Gesundheitssystem. Die ersten Teilergebnisse wurden für Samstagabend erwartet, das vorläufige amtliche Ergebnis für Sonntag.

Grünen-Fraktionschefinnen erklären bisherige Strategie gegen AfD für gescheitert

Die Vorsitzenden der Grünen-Bundestagsfraktion haben die bisherige Strategie ihrer Partei gegen die AfD für gescheitert erklärt und eine Kurskorrektur gefordert. "Alle bisherigen Versuche, der AfD etwas entgegenzusetzen, haben nicht gereicht", schrieben die Fraktionschefinnen Katharina Dröge und Britta Haßelmann in einem "Impulspapier", aus dem der "Spiegel" am Samstag zitierte. Für das Erstarken der in Teilen rechtsextremen AfD trügen alle demokratischen Parteien, auch die Grünen, Verantwortung.

Textgröße ändern: