Deutsche Tageszeitung - Ostbeauftragte Kaiser: Zeit ist reif für Bundespräsidentin aus Ostdeutschland

Ostbeauftragte Kaiser: Zeit ist reif für Bundespräsidentin aus Ostdeutschland


Ostbeauftragte Kaiser: Zeit ist reif für Bundespräsidentin aus Ostdeutschland
Ostbeauftragte Kaiser: Zeit ist reif für Bundespräsidentin aus Ostdeutschland / Foto: © AFP/Archiv

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, hat anlässlich des Tages der Deutschen Einheit mehr ostdeutsche Spitzenpolitiker gefordert und sich für eine Bundespräsidentin aus Ostdeutschland ausgesprochen. "Wenn die Spitzen der Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober in Bremen zum Tag der deutschen Einheit zusammenkommen, fällt wieder mal auf, dass von Ihnen derzeit niemand aus Ostdeutschland kommt", sagte Kaiser der Neuen Osnabrücker Zeitung (Samstag).

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Da könne "schnell der Eindruck entstehen, die Ostdeutschen spielen in der Führung unseres Landes keine Rolle und sitzen nur am Katzentisch", betonte sie. "Ich finde, die Zeit ist reif, wieder für ein ostdeutsches Staatsoberhaupt", sagte Kaiser weiter. "Warum sollte die nächste Bundespräsidentin nicht eine kluge Frau aus Ostdeutschland sein?", fügte sie hinzu.

Die Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier endet im Frühjahr 2027. Der 70-Jährige darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren. Am 30. Januar kommenden Jahres wählt die Bundesversammlung einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin. In der Debatte um die Nachfolge haben sich viele Stimmen für eine Frau ausgesprochen.

Die Ostbeauftragte kritisierte zudem die weiterhin bestehende Ungleichheit zwischen Ost und West. Zwar sei Ostdeutschland heute eine wirtschaftliche Innovationsregion, ein wichtiger Wissenschaftsstandort und die Brücke in das östliche Europa. "Viele Ostdeutsche haben sich inzwischen ein bescheidenes Vermögen erarbeitet", betonte sie.

Trotzdem gebe es weiterhin große Unterschiede bei Einkommen und Vermögen zwischen Ost und West. Auch in Führungspositionen seien Ostdeutsche immer noch nicht ausreichend vertreten. Diese Unterschiede müssen überwunden werden, um die Einheit tatsächlich zu vollenden, sagte Kaiser.

(Y.Leyard--DTZ)

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