Deutsche Tageszeitung - CDU-Politiker Rhein fordert Ausschussposten im Bundestag für AfD

CDU-Politiker Rhein fordert Ausschussposten im Bundestag für AfD


CDU-Politiker Rhein fordert Ausschussposten im Bundestag für AfD
CDU-Politiker Rhein fordert Ausschussposten im Bundestag für AfD / Foto: © AFP/Archiv

Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat dafür geworben, der AfD im Bundestag nicht weiter die ihr zustehenden Vorsitzendenposten in den Fachausschüssen zu verwehren. Er spreche sich dafür aus, dass dort die AfD - so wie im Landtag von Hessen und anderen Ländern üblich - Ausschussvorsitze übernehmen könnte, sagte der CDU-Politiker dem "Stern" laut Vorabmeldung vom Sonntag. "Die Partei ist gewählt, und so sollte man mit ihr auch umgehen."

Textgröße ändern:

In den Fachausschüssen des Bundestags findet wichtige gesetzgeberische Arbeit statt. Die Vorsitzendenposten in diesen Gremien werden in der Regel unter den Fraktionen nach einem bestimmten Schlüssel aufgeteilt. Die jeweilige Fraktion hat dann das Vorschlagsrecht. Die Kandidaten müssen aber von den Ausschussmitgliedern auf den Vorsitzposten gewählt werden - und die anderen Parteien verweigerten den Kandidaten der AfD die Stimme, weswegen diese nicht die erforderliche Mehrheit erhielten.

Dagegen hatte die AfD-Bundestagsfraktion bereits vor dem Bundesverfassungsgericht geklagt. Dieses wies die Klage aber im September 2024 als unbegründet zurück.

Rhein sagte in dem Interview weiter, er halte das Sprachbild der "Brandmauer" für falsch. Für die Union sei wichtig: "Wir grenzen uns klar von der AfD ab, aber wir grenzen die Partei nicht aus." Dies müsse auch in der Parlamentsarbeit gelten. Für eine Zusammenarbeit mit der AfD müsse eine "Politik der klaren roten Linien" gelten.

Der CDU-Ministerpräsident sprach sich zugleich gegen ein Verbotsverfahren aus. "Nach meiner Wahrnehmung gibt es in unserer Partei eine einhellige Meinung: Wir streben kein AfD-Verbot an." Das Verfahren würde mindestens fünf Jahre dauern, zudem sei der Ausgang mehr als ungewiss: "Ich rate dazu, die AfD nicht juristisch zu bekämpfen, sondern politisch."

(B.Izyumov--DTZ)

Empfohlen

Indien: Gründer von Kakerlakenbewegung vor Protesten gegen Wahlkommission festgenommen

Die Polizei in Indien hat vor für Samstag geplanten Massenprotesten gegen die Wahlkommission den Gründer der sogenannten Kakerlakenbewegung (CJP) festgenommen. "Abhijeet Dipke festgenommen", teilte die CJP in Onlinediensten mit. Mit ihm seien zwei weitere führende Mitglieder nach der Landung ihres Flugzeugs in der Hauptstadt Neu Delhi festgenommen worden.

Linke fordert bei Pflege und Rente einheitliche Versicherungen

Die Linkspartei geht mit den Sozialreformplänen der Bundesregierung hart ins Gericht und fordert stattdessen die Einbeziehung sämtlicher Einkommensgruppen in die Renten- und Pflegeversicherung. In einem Antrag für den Linken-Parteivorstand am Samstag in Berlin, der der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, fordert die Partei "eine einheitliche Pflegebürger:innen-Versicherung" und "die Einbeziehung aller Erwerbstätigengruppen in die Gesetzliche Rente".

Trump ernennt Kommentatorin Katie Zacharia zu seiner neuen Sprecherin

Anderthalb Monate nach dem Ausscheiden seiner prominenten Sprecherin Karoline Leavitt hat US-Präsident Donald Trump eine Nachfolgerin für den Posten im Weißen Haus ernannt. Die konservative Kommentatorin Katie Zacharia, eine treue Anhängerin von Trumps Maga-Bewegung, werde seine Sprecherin, teilte Trump am Freitag in seinem Onlinenetzwerk Truth Social mit. Zacharia ist derzeit Kommunikationsberaterin bei seinem Medienunternehmen Trump Media and Technology Group, das Truth Social betreibt.

Trump kritisiert Friedensnobelpreis für Pillay als "schändlich"

US-Präsident Donald Trump hat die Auszeichnung der früheren IStGH-Richterin Navi Pillay mit dem Friedensnobelpreis als "schändliche und blamable Entscheidung" kritisiert. Die diesjährige Wahl des Nobelkomitees in Oslo hinterlasse einen "unauslöschlichen Fleck" auf Norwegen, sagte Trump am Freitag (Ortszeit) vor Anhängern in Syracuse im Bundesstaat New York.

Textgröße ändern: