Deutsche Tageszeitung - 30 Tote bei russischem Angriff auf zwei Busse in Ostukraine

30 Tote bei russischem Angriff auf zwei Busse in Ostukraine


30 Tote bei russischem Angriff auf zwei Busse in Ostukraine
30 Tote bei russischem Angriff auf zwei Busse in Ostukraine / Foto: © Donetsk Region Prosecutor's Office/AFP

Bei einem russischen Angriff auf zwei Busse in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind nach Behördenangaben mindestens 30 Menschen getötet worden. Weitere 18 Menschen seien verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft der Region Donezk mit. Die Ukraine warf Russland einen gezielten Angriff auf Zivilisten vor. Auch die ukrainische Hauptstadt Kiew wurden erneut unter Beschuss genommen, drei Menschen wurden dort getötet. In Russland wurde derweil bei einem Drohnenangriff ein Rechenzentrum des Konzerns Jandex beschädigt, der als "russisches Google" gilt.

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Nach Polizeiangaben wurden die Busse in Kramatorsk von einer Gleitbombe getroffen. Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte Fotos, auf denen leblose Körper und Trümmer vor einem brennenden Buswrack zu sehen sind.

"Die Russen greifen gezielt Zivilisten an", erklärte Gouverneur Wadym Filaschkin. Er warf Russland vor, "alle erdenklichen Regeln der Kriegsführung und Normen des humanitären Völkerrechts" zu missachten. Filaschkin ordnete die Einstellung des öffentlichen Nahverkehrs in Kramatorsk und im nahegelegenen Slowjansk an.

Der Stadtrat von Kramatorsk sprach von einem "weiteren schrecklichen Verbrechen der russischen Armee gegen die Zivilbevölkerung". Die russische Armee habe erneut einen "Ort angegriffen, an dem es absolut keine militärischen Ziele gibt".

Kramatorsk ist neben Slowjansk die letzte von der Ukraine kontrollierte Großstadt in der Region Donezk im Osten des Landes. Die Stadt, in der vor Beginn des russischen Angriffskriegs 150.000 Menschen lebten, ist für die Logistik der ukrainischen Streitkräfte an der Front von großer Bedeutung.

Auch aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew wurden erneut russische Angriffe gemeldet. Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko wurden dabei drei Menschen getötet und 13 weitere verletzt. Am Mittwoch waren bei russischen Angriffen landesweit 30 Menschen getötet worden. 22 von ihnen kamen bei einem Raketenangriff auf ein Wohnhaus im Norden der Ukraine ums Leben.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte dem russischen Staatschef Wladimir Putin kürzlich vorgeworfen, massive Angriffe auf zivile Gebiete genehmigt zu haben. Der Kreml wies die Anschuldigung zurück.

Sowohl Russland als auch die Ukraine hatten in den vergangenen Monaten auch ihre Angriffe auf Ziele weit hinter der Front intensiviert. Die russische Armee nimmt dabei regelmäßig Rechen- und Logistikzentren ins Visier.

Am Donnerstag wurde bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der russischen Region Rjasan ein Rechenzentrum des russischen Technologiekonzerns Jandex beschädigt. Der erste Angriff dieser Art habe ein Feuer in dem Rechenzentrum verursacht und "einen Teil seiner Infrastruktur" beschädigt, sagte ein Sprecher des Konzerns der Nachrichtenagentur AFP. Jandex gilt als "Russlands Google". Der Konzern betreibt neben der beliebtesten Suchmaschine des Landes auch eine Taxi-App und einen Service für Essensbestellungen, die beide von Millionen Menschen genutzt werden.

(P.Hansen--DTZ)

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