Deutsche Tageszeitung - Brasilien: Drittplatzierter bei Präsidentschaftswahl unterstützt Bolsonaro

Brasilien: Drittplatzierter bei Präsidentschaftswahl unterstützt Bolsonaro


Brasilien: Drittplatzierter bei Präsidentschaftswahl unterstützt Bolsonaro
Brasilien: Drittplatzierter bei Präsidentschaftswahl unterstützt Bolsonaro / Foto: © AFP

In Brasilien hat der rechtsgerichtete Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro Rückenwind für die bevorstehende Stichwahl von einem unterlegenen Bewerber erhalten: Der Drittplatzierte der ersten Runde, Augusto Cury, kündigte an, ihn zu unterstützen. Seine Unterstützung sei aber "kein Blankoscheck", sagte Cury, der auf drei Prozent der Stimmen gekommen war, am Donnerstag. Der Schriftsteller und Psychiater hatte sich als Kandidat der Mitte präsentiert.

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Bolsonaro, der Sohn des wegen eines Putschversuches verurteilten ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, hatte die erste Runde der Präsidentschaftswahl am vergangenen Sonntag überraschend mit 47 Prozent der Stimmen gegen den linksgerichteten Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva gewonnen, der auf 45 Prozent kam.

In einer Umfrage der Meinungsforschungsinstituts Datafolha zur Stichwahl lag Bolsonaro bereits vor Curys Ankündigung mit 52 zu 48 Prozent vor Lula. Dieser spielte seinen Rückstand aber runter. "Ich kümmere mich nicht um Umfragen", sagte der 81-Jährige. Er habe noch 17 Tage, daran zu arbeiten, mehr Stimmen als sein Herausforderer zu bekommen. Lula setzt vor allem auf die etwa 21 Prozent der Wahlberechtigten, die in der ersten Runde nicht zur Wahl gegangen waren oder einen nicht ausgefüllten Stimmzettel abgegeben hatten. In Brasilien herrscht Wahlpflicht.

Flávio Bolsonaro war bis vor wenigen Monaten in Brasilien noch ein relativ unbekannter Senator. Das änderte sich, als sein Vater ihn zu seinem politischen Erben ernannte. Jair Bolsonaro wurde wegen eines Putschversuchs gegen Lula im Jahr 2022 zu 27 Jahren Haft verurteilt und durfte bei der Wahl nicht kandidieren, er befindet sich im Hausarrest.

Sollte sich Bolsonaro bei der Stichwahl am 25. Oktober gegen Lula durchsetzen, wäre Brasilien neben Kolumbien, Peru und Chile ein weiteres Land in Lateinamerika, das nach rechts rückt. Ein Sieg Lulas würde dagegen Brasilien neben Mexiko als große linke Bastion in der Region erhalten.

Am Donnerstag gingen in São Paolo und anderen brasilianischen Städten tausende Menschen auf die Straße, um gegen einen Rechtsruck zu demonstrieren. Tags zuvor hatte es bereits einen Protestmarsch in Rio de Janeiro gegeben.

(W.Budayev--DTZ)

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