Deutsche Tageszeitung - Lulas Team wirft US-Konzern Meta Einmischung in brasilianischen Wahlkampf vor

Lulas Team wirft US-Konzern Meta Einmischung in brasilianischen Wahlkampf vor


Lulas Team wirft US-Konzern Meta Einmischung in brasilianischen Wahlkampf vor
Lulas Team wirft US-Konzern Meta Einmischung in brasilianischen Wahlkampf vor / Foto: © AFP/Archiv

Das Wahlkampfteam von Brasiliens Staatschef Luiz Inàcio Lula da Silva hat dem US-Tech-Konzern Meta Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf vorgeworfen. Online-Plattformen von Meta wie etwa Instagram hätten die Verbreitung seiner Inhalte eingeschränkt, erklärte Lulas Wahlkampfteam am Samstag (Ortszeit). So sei bei einer Veröffentlichung auf Lulas offiziellem Nutzerkonto die Zählung der Abrufzahlen unterbrochen worden, was die Reichweite verringert habe.

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Vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am Sonntag vergangener Woche seien außerdem Profile von Lula und anderer linksgerichteter Politiker "plötzlich aus der Instagram-Suchfunktion verschwunden". "Die Serie an technischen Problemen (...) erregt stark den Verdacht, dass das Vorgehen von Meta einen Versuch darstellt, den brasilianischen Wahlprozess zu Gunsten der Kandidatur von Flávio Bolsonaro zu beeinflussen", erklärte das Wahlkampfteam.

Lula war bei der ersten Wahlrunde überraschend hinter seinem Herausforderer Flávio Bolsonaro gelandet. Der Sohn des rechtsextremen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro holte 47 Prozent der Stimmen, Lula kam auf 45 Prozent. In den letzten Umfragen vor der Wahl hatte der für eine vierte Amtszeit kandidierende Lula noch knapp vor Bolsonaro gelegen. Die Stichwahl zwischen den beiden Politikern findet am 25. Oktober statt.

Meta wies die Vorwürfe zurück. "Viele der genannten technischen Probleme betrafen nicht nur Brasilien oder bestimmte Konten", schrieb der US-Konzern in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AFP. "Wir halten uns an die Wahlvorschriften und verpflichten uns zu gleichen und fairen Bedingungen hinsichtlich der Nutzung unserer Plattformen", hieß es weiter.

Lulas Wahlkampfteam reichte allerdings Beschwerde beim Wahlgericht in Brasília wegen der mutmaßlichen Blockade von Social-Media-Aktivitäten ein. Das Gericht gab Meta 48 Stunden Zeit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Nach seiner Niederlage bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl hat Lulas Wahlkampfteam die Kampagne des linksgerichteten Amtsinhabers neu ausgerichtet und setzt nun verstärkt auf Onlinedienste. Mit dem Schritt betritt der 80-jährige Staatschef, der selbst kein Handy nutzt, Neuland, um Wähler dazugewinnen.

(A.Nikiforov--DTZ)

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