Deutsche Tageszeitung - "Kakerlaken"-Proteste: Indische Behörden schließen zentralen Park in Neu Delhi

"Kakerlaken"-Proteste: Indische Behörden schließen zentralen Park in Neu Delhi


"Kakerlaken"-Proteste: Indische Behörden schließen zentralen Park in Neu Delhi
"Kakerlaken"-Proteste: Indische Behörden schließen zentralen Park in Neu Delhi / Foto: © AFP

Vor Beginn eines neuen Protesttages der "Kakerlaken"-Bewegung (CJP) in Indien haben die Behörden einen zentralen Park in der Hauptstadt Neu Delhi geschlossen. Der Park werde aus "administrativen" Gründen für zwei Tage geschlossen, teilten die Behörden von Neu Delhi am Freitag mit. CJP-Gründer Abhijeet Dipke drängte Anhänger dazu, sich in dem Park zu versammeln und gegen den Leiter der Wahlkommission in Indien zu protestieren.

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Die indischen Polizei erklärte, Verstöße gegen die Anordnungen würden "entsprechende rechtliche Schritte nach sich ziehen". "Ausgewählten Menschen" werde jedoch gestattet, sich an einem "geeigneten Ort" zu versammeln.

Zuletzt waren mehrere CJP-Anführer festgenommen worden, nachdem sie an zuvor von den Behörden für geschlossen erklärten Orten in Neu Delhi demonstriert hatten. Dipke erklärte jedoch, er lasse sich von der Gefahr einer Festnahme nicht entmutigen. "Warum habt ihr so viel Angst vor Kakerlaken?" fragte er.

Am Freitag waren erneut tausende Sicherheitskräfte in der indischen Hauptstadt im Einsatz. An wichtigen Kreuzungen wurden gelbe Metallbarrikaden errichtet.

Die seit Wochen anhaltenden Massenproteste richten sich gegen die Überprüfung der Wählerverzeichnisse durch die Wahlkommission. Damit sollen der Regierung zufolge doppelte Einträge und Namen nicht wahlberechtigter Menschen entfernt werden. Die Opposition und die CJP beklagen dagegen, dass der Schritt Millionen Menschen das Wahlrecht kosten könnte, was der Regierung zugute käme.

Medienberichten zufolge sind bei der Überprüfung der Verzeichnisse bereits mehr als 133 Millionen Namen von den Listen gestrichen worden, zumeist Angehörige von Minderheiten und insbesondere Muslime.

Die "Kakerlaken"-Bewegung war im Mai zunächst als satirische Reaktion auf Äußerungen des Obersten Richters Surya Kant entstanden, der junge Regierungskritiker Berichten zufolge mit "Kakerlaken" und "Parasiten" verglichen hatte. Im Juli ging die Polizei hart gegen Proteste zehntausender Menschen in Neu Delhi gegen Missstände im Bildungssystem vor. Die Proteste gelten als eine der größten innenpolitischen Herausforderungen für Regierungschef Narendra Modi seit dem Beginn seiner dritten Amtszeit im Jahr 2024.

(V.Sørensen--DTZ)

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