Deutsche Tageszeitung - Starreporterin Christiane Amanpour hört bei CNN auf

Starreporterin Christiane Amanpour hört bei CNN auf


Starreporterin Christiane Amanpour hört bei CNN auf
Starreporterin Christiane Amanpour hört bei CNN auf / Foto: © AFP/Archiv

Christiane Amanpour ist eine der profiliertesten Journalistinnen in den USA und wurde vielfach ausgezeichnet - nun verlässt die frühere Kriegsberichterstatterin ihren Haussender CNN nach rund 43 Jahren. Die 68-Jährige erklärte am Montag, sie habe nach "einigen schlaflosen Nächten" beschlossen, sich von CNN zu trennen. Ihre letzte Sendung soll im kommenden Juni ausgestrahlt werden.

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Sie wolle "kompromisslos unabhängig" bleiben, fügte Amanpour hinzu. Das sei heute besonders wichtig, da Journalistinnen und Journalisten beispiellos unter Druck seien - "politisch, finanziell und auch durch die wachsenden Gefahren im Einsatz".

Hintergrund ist offenbar die Übernahme der CNN-Mutter Warner Bros. durch den Medienkonzern Paramount Skydance, dessen Vorsitzender David Ellison US-Präsident Donald Trump nahesteht. Seitdem gibt es Befürchtungen, der Trump-kritische Nachrichtensender könne zerschlagen oder auf Linie gebracht werden.

Die britisch-iranische Journalistin wurde durch ihre Berichterstattung über den Golfkrieg 1991 international bekannt. Zuvor hatte sie ab 1989 in Deutschland über den Mauerfall berichtet.

In den vergangenen Jahrzehnten interviewte Amanpour zahlreiche ranghohe Politiker aus der ganzen Welt und berichtete von Krisenherden wie dem Irak, Afghanistan, Pakistan, Somalia, Ruanda und dem Balkan. Für ihre Arbeit wurde sie in den USA vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit mehreren Emmy Awards. In Großbritannien erhielt sie den höchsten Verdienstorden Order of the British Empire.

Amanpour erklärte, ihre tägliche Nachrichtensendung auf CNN werde bis zum kommenden Juni auf einmal pro Woche reduziert. Sie freue sich "auf interessante neue Projekte in der Zukunft" und werde "CNN immer die Daumen drücken". Ihren Kolleginnen und Kollegen gab sie mit: "Denken Sie daran: Seien Sie immer wahrhaftig, nicht neutral."

CNN-Chef Mark Thompson lobte Amanpour "für 43 außergewöhnliche Jahre bemerkenswerter journalistischer Arbeit, Loyalität und Freundschaft". Er bedauere sehr, sie gehen zu sehen. Es sei aber "für sie sowohl persönlich als auch beruflich der richtige Zeitpunkt", fügte er hinzu.

(U.Beriyev--DTZ)

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