Deutsche Tageszeitung - Kaputte Welt: Pentagon beschädigt Eisenhower-Globus

Kaputte Welt: Pentagon beschädigt Eisenhower-Globus


Kaputte Welt: Pentagon beschädigt Eisenhower-Globus
Kaputte Welt: Pentagon beschädigt Eisenhower-Globus / Foto: © AFP

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth wünschte sich für sein Büro einen historischen Globus, wie ihn der frühere Präsident Dwight D. Eisenhower als General während des Zweiten Weltkriegs nutzte. Hegseth wollte damit womöglich signalisieren, er habe wie der legendäre Nazi-Bezwinger "Ike" die Welt unter Kontrolle. Doch der Plan schlug fehl: Nach einem Bericht der "Washington Post" (Donnerstagausgabe) ging der Globus beim Transport zu Bruch.

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Hegseths Büro beauftragte der Zeitung zufolge nicht wie üblich ausgebildete Kuratoren, um die empfindliche Weltkugel mit ihrem schweren Holzgestell zu transportieren, sondern setzte eigene Mitarbeiter ein.

"Sie verloren die Kontrolle über das Artefakt und ließen es fallen", berichtete die "Washington Post" unter Berufung auf mit dem Vorfall vertraute Quellen. Der Globus sei dadurch auf seinen eigenen Sockel geprallt und ein Stück der Erdkugel auf Höhe der Antarktis herausgebrochen. Die Zeitung veröffentlichte Fotos von dem am Südpol klaffenden Loch und unter dem Globus liegenden Bruchstücken. Die Plakette weist ihn demnach als historischen "Eisenhower-Globus" aus, von dem das Pentagon zwei Modelle besitzt.

Ein Pentagon-Mitarbeiter sprach auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP von einem "Unfall", spielte den Vorgang jedoch herunter. Bei dem Weltkugel-Modell habe es sich lediglich um "eine Nachbildung des Eisenhower-Globus" gehandelt. Er tat den Bericht als "unbedeutende Scheingeschichte" ab.

Für Hegseth ist die Episode dennoch peinlich. Der frühere Moderator des Senders Fox News nennt sich "Kriegsminister" und bemüht sich seit Amtsantritt im Januar 2025 um ein dominantes Auftreten. Zweifel an der Amtsführung des Veteranen aus den US-Kriegen im Irak und in Afghanistan kamen jedoch unter anderem in der sogenannten Signal-Affäre auf, in der Hegseth Militärgeheimnisse versehentlich mit einem Journalisten über den Messenger-Dienst teilte. Auch während des Iran-Kriegs kritisierte die Opposition wiederholt seine Entscheidungen.

"Hegseth wünscht sich ein Eisenhower-Symbol, um so zu wirken wie 'Ike': Brillant im Krieg wie im Frieden", zitierte die "Washington Post" den früheren Brigadegeneral Ty Seidule, der an der renommierten Militärhochschule West Point unterrichtete. Eisenhower befehligte 1945 die Landung der Alliierten in der Normandie, die schließlich zur Niederlage Adolf Hitlers führte. Von 1953 bis 1961 war der Republikaner US-Präsident. Er ließ sich oft neben Globen fotografieren.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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