Deutsche Tageszeitung - Richtungsentscheidung in Brasilien: Wahllokale öffnen für Stichwahl um Präsidentenamt

Richtungsentscheidung in Brasilien: Wahllokale öffnen für Stichwahl um Präsidentenamt


Richtungsentscheidung in Brasilien: Wahllokale öffnen für Stichwahl um Präsidentenamt
Richtungsentscheidung in Brasilien: Wahllokale öffnen für Stichwahl um Präsidentenamt / Foto: © AFP

In Brasilien hat die richtungsweisende Stichwahl um das Präsidentenamt begonnen. Die Wahllokale in dem südamerikanischen Land öffneten am Sonntag ihre Tore für die fast 160 Millionen Wahlberechtigten, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Es zeichnet sich ein äußerst knappes Rennen zwischen dem linksgerichteten Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva und seinem rechtsgerichteten Herausforderer Flávio Bolsonaro ab, eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Instituts Datafolha ergab ein Patt.

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Die erste Wahlrunde Anfang Oktober hatte Flávio Bolsonaro, ältester Sohn des wegen eines Putschversuchs gegen Lula zu 27-jähriger Haft verurteilten Jair Bolsonaro, überraschend mit 47 Prozent der Stimmen gewonnen. Lula kam auf 45 Prozent. Seitdem wurde der Wahlkampf noch hitziger. Die meisten Umfragen hatten Bolsonaros Sieg bei der ersten Wahlrunde nicht prognostiziert, stattdessen sagten sie einen knappen Sieg für Lula voraus.

Der Urnengang in Lateinamerikas größter Volkswirtschaft ist eine bedeutende Richtungswahl. Der seit 2023 erneut regierende Lula, der kommende Woche 81 Jahre alt wird, steht für umfangreiche Sozialprogramme, Klimaschutz und Multilateralismus. Nach Lulas Niederlage in der ersten Wahlrunde richtete sein Wahlkampfteam seine Kampagne neu aus und setzte verstärkt auf Präsenz in den Online-Netzwerken.

Flávio Bolsonaro will hart gegen die Kriminalität im Land vorgehen und eine halbe Million zusätzliche Haftplätze in Brasiliens Gefängnissen schaffen. Außerdem hat er angekündigt, die Staatsausgaben zurückzufahren. Im Falle seiner Wahl will der Politikerspross außerdem seinen Vater und die anderen Teilnehmer des Putschversuchs gegen Lula begnadigen.

Jair Bolsonaro hatte die Präsidentschaftswahl 2022 knapp gegen Lula verloren, Tausende seiner Anhänger stürmten daraufhin das Regierungsviertel in Brasília. Ein Gericht verurteilte den Ex-Präsidenten wegen eines geplanten Staatsstreich zu 27 Jahren Gefängnis. Aus gesundheitlichen Gründen befindet sich der 71-Jährige derzeit im Hausarrest.

(L.Møller--DTZ)

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