Deutsche Tageszeitung - Polizei in Portugal räumt abermals Protestlager gegen Wohnungsnot

Polizei in Portugal räumt abermals Protestlager gegen Wohnungsnot


Polizei in Portugal räumt abermals Protestlager gegen Wohnungsnot
Polizei in Portugal räumt abermals Protestlager gegen Wohnungsnot / Foto: © AFP

Die portugiesische Polizei hat nach eigenen Angaben abermals Protestlager gegen die Wohnungsnot in den Städten Lissabon und Porto geräumt. Sie sei am frühen Morgen eingeschritten, "um diese illegalen Lager aufzulösen", teilte die Polizei am Sonntag im Onlinedienst X mit. "Als der Dialog endete, führte der Einsatz zu 31 Festnahmen wegen Ungehorsams", hieß es weiter. Die Organisatoren der Protestlager prangerten eine unverhältnismäßige Gewaltanwendung durch die Beamten an.

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Die portugiesische Polizei hat in den vergangenen Wochen mehrere Protestlager aufgelöst, die sich gegen die Wohnungsnot insbesondere unter jungen Menschen richteten. Offiziellen Zahlen zufolge sind die Mieten in Portugal binnen zehn Jahren um 124 Prozent angestiegen - etwa doppelt so stark wie im EU-Durchschnitt.

Der Polizei zufolge wurden bei den jüngsten Einsätzen am Sonntag elf Menschen verletzt, darunter drei Beamte. Die Organisatoren des Protests sprachen laut Medienberichten indes von 37 verletzten Demonstranten, die meisten davon in Lissabon.

Die Wohnungsnot ist auch im Nachbarland Spanien ein großes Thema. Im September sorgte die Zwangsräumung der Wohnung der später verstorbenen 87-jährigen Rentnerin Maricarmen Abascal für landesweite Proteste. Der Besitzer hatte die Miete massiv erhöhen wollen. Der Streit um die Wohnungspolitik führte dazu, dass Regierungschef Pedro Sánchez Neuwahlen für den 29. November ausrief.

(V.Korablyov--DTZ)

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