Deutsche Tageszeitung - Nach Protesten: Albaniens Regierungschef Rama kündigt härteren Kurs an

Nach Protesten: Albaniens Regierungschef Rama kündigt härteren Kurs an


Nach Protesten: Albaniens Regierungschef Rama kündigt härteren Kurs an
Nach Protesten: Albaniens Regierungschef Rama kündigt härteren Kurs an / Foto: © AFP

Albaniens Regierungschef Edi Rama hat nach den jüngsten gewaltsamen Protesten einen härteren Kurs gegen Demonstrierende angekündigt. Seine Regierung wolle bereits kommende Woche einen Gesetzentwurf vorlegen, der Geldstrafen von mehr als 500 Euro und neue Befugnisse für die Polizei vorsehe, sagte Rama am Sonntag in einer Videobotschaft. Die Opposition kündigte Widerstand an.

Textgröße ändern:

Nach Ramas Plänen soll künftig eine Geldstrafe zahlen, wer sich weiterhin in einer Menschenmenge aufhält, aus der heraus Gewalt ausgeübt oder geplündert wird. Auch die Verschleierung der eigenen Identität soll geahndet werden. Zudem soll die Polizei Versammlungen in bestimmten Gebieten bis zu 72 Stunden einschränken dürfen, wenn unmittelbar Gewalt droht.

Der Gesetzentwurf sieht außerdem Entschädigungen für Kleinunternehmen vor, die durch Proteste geschädigt werden. Menschen, die minderjährige Schüler zur Teilnahme an Demonstrationen ermutigen oder deren Teilnahme organisieren, drohen ebenfalls Sanktionen.

Rama erklärte, sein Rücktritt lasse sich nicht erzwingen. Er halte aber nicht sämtliche Forderungen der Demonstranten für unbegründet. Oppositionsführer Sali Berisha wies die angekündigten Maßnahmen zurück. Die Bürger würden diese nicht akzeptieren und Rama "Zahn um Zahn" antworten, erklärte der Vorsitzende der Demokratischen Partei.

Am Sonntag demonstrierten unterdessen erneut mehrere hundert Menschen vor Ramas Amtssitz in Tirana. Am Samstag hatten sich Demonstrierende und Sicherheitskräfte heftige Auseinandersetzungen geliefert. Dabei wurden 13 Menschen verletzt. Die Polizei nahm 23 Menschen fest, gegen 13 weitere wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Nach 30 Verdächtigen wurde gefahndet.

Seit Mai kommt es in Albanien immer wieder zu regierungskritischen Protesten. Die Demonstranten werfen der Regierung Korruption vor und fordern unter anderem bessere Studienbedingungen, niedrigere Studiengebühren sowie Ramas Rücktritt.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

"Liebliches Frankreich" und harte Ordnungspolitik: Le Pen und Bardella eröffnen Wahlkampf

Die Rechtspopulistin Marine Le Pen hat zum Auftakt ihres Präsidentschaftswahlkampfs die französische Lebensart beschworen. "In Frankreich lebt man wie die Franzosen", sagte Le Pen am Sonntag in ihrer Rede auf dem Parteitag des Rassemblement National (RN) in Orléans. Mit Blick auf Plünderungen und Brandstiftungen am Rande der jüngsten Massenproteste kündigte sie für den Fall ihres Wahlsiegs die "Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit" an. RN-Parteichef Jordan Bardella stellte eine harte Ordnungspolitik in Aussicht.

Nach fast einem Jahr Exil: Oppositionspolitikerin Machado nach Venezuela heimgekehrt

Nach knapp einem Jahr im Exil ist die führende venezolanische Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado in ihr Heimatland zurückgekehrt. "Ich bin hier. Bei euch", schrieb Machado am Sonntag im Onlinedienst X. Ihr Verbündeter und früherer Präsidentschaftskandidat Edmundo González Urrutia bestätigte die Heimkehr der 60-Jährigen. Nähere Angaben zu den Umständen der Rückkehr machten beide zunächst nicht.

Netanjahu warnt Iran vor Angriffen zur Störung der Israel-Wahl

Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Israel hat Regierungschef Benjamin Netanjahu den Iran vor Angriffen zur Störung des Urnengangs am Dienstag gewarnt und dem Land massive Vergeltung angedroht. Es lägen Geheimdiensthinweise darauf vor, dass der Iran und seine Verbündeten mit Angriffen versuchen könnten, die Wahl zu stören, sagte Netanjahu am Sonntag in einer von seinem Büro veröffentlichten Videobotschaft.

Präsidentschaftskandidatin Le Pen beschwört auf Parteitag französische Lebensart

Die Rechtspopulistin Marine Le Pen hat zum Auftakt ihres Präsidentschaftswahlkampfs die französische Lebensart beschworen. "In Frankreich lebt man wie die Franzosen", betonte Le Pen am Sonntag in ihrer Rede auf dem Parteitag des Rassemblement National (RN) in Orléans. Le Pen verzichtete auf allzu konkrete politische Vorschläge, ihre Rede war von Optimismus und Zuversicht geprägt.

Textgröße ändern: