Deutsche Tageszeitung - GenZ-Organisatoren betonen friedliche Absicht - Mitgründer verlässt Gruppe

GenZ-Organisatoren betonen friedliche Absicht - Mitgründer verlässt Gruppe


GenZ-Organisatoren betonen friedliche Absicht - Mitgründer verlässt Gruppe
GenZ-Organisatoren betonen friedliche Absicht - Mitgründer verlässt Gruppe / Foto: © AFP/Archiv

Vor dem Hintergrund der Kritik an den geplanten bundesweiten Schülerprotesten am Samstag haben mehrere Initiatoren ihre friedvolle Absicht betont - zugleich verliert die Initiative an Organisatoren. Die "Zeit" sprach mit mehreren Mitgliedern des Organisationsteams, wie sie am Donnerstag berichtete. "Wir wollen friedlich für unsere Sache kämpfen", zitierte die Zeitung etwa den Schüler Konrad Schmitz, der die Proteste in Wuppertal organisiert.

Textgröße ändern:

Er lehne Extremismus ab, ob von links oder von rechts, sagte der 16-Jährige weiter. Das 18-jährige GenZ-Gründungsmitglied Akram Selo erhielt laut "Zeit" nach eigener Aussage in den vergangenen Tagen viele Drohungen. Es gebe Menschen, "die denken, dass wir die Franzosen nachmachen wollen, die denken, wir wollen das Land zerstören", sagte der Schüler.

Er wies das zurück: Ziel der Initiative sei es, jungen Menschen, die sich vernachlässigt fühlten, eine Perspektive zu geben. Auch nach dem 31. Oktober werde man "sich dafür einsetzen, dass sich etwas verändert".

Für diesen Samstag hat die Initiative "GenZ regelt" zu bundesweiten Protesten in nach eigenen Angaben über 30 Städten aufgerufen. Sie fordert unter anderem mehr Investitionen in Bildung und Gesundheit, bezahlbares Leben und wendet sich gegen die neue Wehrpflicht. Auf ihrer Website betont sie, "gegen jede Gewalt" zu sein und "ohne Ausnahme" für einen friedlichen Protest zu stehen.

In ihrem Aufruf verweist die Initiative auch auf die Jugendproteste unter anderem in Frankreich, wo es zu Ausschreitungen gekommen war. Auch im Zusammenhang mit "GenZ regelt" gab es zuletzt Warnungen vor Gewalt und eine mögliche Vereinnahmung durch Extremisten.

Am Mittwoch machte einer der Mitorganisatoren, Gianni Matheja, seinen Rücktritt als Pressesprecher und Rückzug aus der Gruppe öffentlich. Inzwischen kämen unter dem Namen "GenZ regelt" unterschiedliche Gruppen zusammen, deren Vorstellungen über Ziele und Formen des Protests auseinandergehen, schrieb er zur Begründung in den sozialen Medien. "Einen gemeinsamen friedlichen Rahmen sehe ich unter diesen Umständen nicht mehr ausreichend abgesichert."

Auch die Bundesschülerkonferenz hatte sich von den Protestaufrufen distanziert. Sie will am 20. November eine eigene Demo abhalten.

Zugleich gibt es Stimmen, die vor einer voreiligen Kriminalisierung der jungen Menschen warnen, bevor diese demonstriert haben. "Ich halte es für einen Fehler, auf die sehr berechtigten Anliegen, die da formuliert werden, jetzt nur mit Warnungen vor Gewalt zu reagieren", sagte Grünen-Chef Felix Banaszak dem RND. Ähnlich äußerten sich zuletzt auch die Linke und die Bildungsgewerkschaft GEW.

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

Berlin: Linke-Abgeordnete Klein zu Präsidentin von Abgeordnetenhaus gewählt

Die Linke-Abgeordnete Hendrikje Klein ist zur Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses gewählt worden. Bei der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Parlaments am Donnerstag stimmten 98 der 149 anwesenden Abgeordneten für die 46-Jährige. Es gab 42 Gegenstimmungen und neun Enthaltungen. Gegenkandidaten gab es keine.

Nach "Spiegel"-Bericht zu Eralp: Evers fordert Konsequenzen von SPD und Grünen

Nach dem "Spiegel"-Bericht über die Angst der Berliner Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp vor Hamas-Sympathisanten hat der CDU-Bürgermeisterkandidat Stefan Evers politische Konsequenzen gefordert. Evers appellierte in der "Bild"-Zeitung am Donnerstag an SPD und Grüne, vor Beginn von Koalitionsverhandlungen die "Warnsignale" wahrzunehmen und zu reagieren. "Noch ist es nicht zu spät, Konsequenzen zu ziehen."

"Spiegel": Linken-Frontfrau Eralp offenbart intern Angst vor Hamas-Sympathisanten

Die Berliner Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp ist offenbar eingeschüchtert von Hamas-Sympathisanten in der Hauptstadt. Sie und ihr Mann hätten "Angst vor diesen Leuten", schreibt Eralp in einem internen Dokument, das dem "Spiegel" vorliegt. Sie bezieht diese Aussage auf den Hamas-Sympathisanten Ibrahim Ibrahim, der im September bei der Wahlparty der Linken in Berlin-Neukölln aufgetaucht war.

Bolsonaro bezeichnet sich nach Flucht in die USA als "Anführer" Brasiliens

Der bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien unterlegene Kandidat Flávio Bolsonaro hat sich nach seiner Flucht in die USA als rechtmäßiger "Anführer" seines Landes bezeichnet. Im Onlinedienst X prangerte der Rechtspopulist am Mittwoch "Wahlbetrug" an. US-Präsident Donald Trump wollte sich nicht in den Streit um das Wahlergebnis einmischen. Auch Bolsonaros Wahlkampfchef Rogério Marinho weigerte sich, die Vorwürfe des Wahlbetrugs zu bekräftigen.

Textgröße ändern: