Deutsche Tageszeitung - Maradona vor seinem Tod offenbar "unzureichend versorgt"

Maradona vor seinem Tod offenbar "unzureichend versorgt"


Maradona vor seinem Tod offenbar "unzureichend versorgt"
Maradona vor seinem Tod offenbar "unzureichend versorgt" / Foto: ©

Fußball-Ikone Diego Maradona ist vor seinem Tod am 25. November 2020 offenbar "unzureichend versorgt" worden. Dies geht aus einem 70-seitigen Dokument von Experten hervor, die die Umstände des Ablebens des früheren argentinischen Superstars untersucht hatten. Maradona war im Alter von 60 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben.

Textgröße ändern:

Wie ein 20-köpfiges medizinisches Expertengremium am Freitag mitteilte, sei der Weltmeister von 1986 unmittelbar vor seinem Tod über eine "längere, qualvolle Zeit" seinem Schicksal überlassen worden. Der Prozess habe "mindestens zwölf Stunden" vor seinem endgültigen Tod eingesetzt.

Das Gremium kam zu dem Schluss, dass Maradona bei angemessener Behandlung in einer geeigneten medizinischen Einrichtung "eine bessere Überlebenschance gehabt hätte". Das medizinische Team habe sein Überleben "dem Schicksal" überlassen.

Inzwischen wurden Ermittlungen eingeleitet gegen Maradonas Neurochirurg Leopoldo Luque, die Psychiaterin Agustina Cosachov und den Psychologen Carlos Diaz sowie zwei Krankenschwestern, einen Pflegekoordinator und einen medizinischen Koordinator. Sollten Verantwortliche für den Tod Maradonas ausgemacht werden können, droht ihnen eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren.

Maradona war wenige Wochen vor seinem Tod am Gehirn operiert worden. Das Gremium wurde von der Staatsanwaltschaft einberufen, um die Todesursache zu untersuchen und festzustellen, ob Fahrlässigkeit oder Behandlungsfehler vorgelegen haben. Es gebe "Unregelmäßigkeiten", hatte ein Familienmitglied Maradonas der französischen Nachrichtenagentur AFP damals erklärt, "man muss sehen, ob sie so gehandelt haben, wie sie handeln sollten".

Fraglich war demnach, warum die eigens verpflichtete Rund-um-die-Uhr-Pflege nicht funktioniert habe. Auch sollte untersucht werden, warum die Notärzte angeblich mehr als eine halbe Stunde benötigten, um das Haus Maradonas zu erreichen.

(B.Izyumov--DTZ)

Empfohlen

Spiele beendet: Paralympisches Feuer in Norditalien erloschen

Die 14. Paralympischen Winterspiele sind am Sonntag in Cortina d'Ampezzo mit einer imposanten Feier beendet worden. Nach der Schlusszeremonie erlosch um 22.08 Uhr das Feuer, das in 884 Tagen bei den Sommerspielen in Los Angeles (15. bis 27. August 2028) wieder entzündet wird. Die deutsche Fahne trugen Skirennfahrerin Andrea Rothfuss und Snowboarder Christian Schmiedt in das Curling Stadium, unter anderem die Ukraine boykottierte die Schlussfeier.

Undav entscheidet: VfB holt Big Points gegen Leipzig

Der VfB Stuttgart hat in der Fußball-Bundesliga seine Ambitionen im Kampf um die Champions-League-Plätze unterstrichen. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß gewann das direkte Duell gegen RB Leipzig mit 1:0 (0:0) und ließ den Konkurrenten im Rennen um die Königsklasse vorerst hinter sich. Als Tabellen-Vierter hat der VfB acht Spieltage vor Saisonende drei Punkte Vorsprung auf Leipzig.

BBL: Bayern verlieren in Bamberg - Alba erlebt Debakel

Der deutsche Basketball-Meister Bayern München hat eine Revanche gegen Pokalsieger BMA365 Bamberg Baskets verpasst und ist in der Bundesliga gestolpert. Die Münchner unterlagen auswärts mit 93:97 (40:48) und kassierten gegen die Baskets drei Wochen nach dem Aus im Pokal-Halbfinale die zweite Niederlage in Folge. Zudem verpassten sie es, die Tabellenführung auszubauen.

Liverpool patzt gegen strauchelnde Spurs

Fußball-Nationalspieler Florian Wirtz und der FC Liverpool haben in der englischen Premier League den Sprung in die Champions-League-Ränge verpasst. Die Reds kamen am 30. Spieltag aufgrund eines späten Gegentreffers nur zu einem 1:1 (1:0) gegen den strauchelnden Großklub Tottenham Hotspur und liegen als Tabellen-Fünfter zwei Punkte hinter Aston Villa auf Rang vier.

Textgröße ändern: